„Selbst beim Rücktritt fehlt Rückgrat und Reflexion”: Tagesspiegel-Community zum Spahn-Rücktritt
Jens Spahn ist am Samstag als Fraktionsvorsitzender der Union zurückgetreten. Diesem Schritt war eine intensive Debatte um Spahns Entscheidung, mit Hilfe von Leihmutterschaft eine Familie zu gründen, vorausgegangen. Denn nicht nur ist Leihmutterschaft in Deutschland verboten – Spahn selbst hatte sich in der Vergangenheit gegen diese ausgesprochen und die erneute Bekräftigung des Verbotes auf dem CDU-Parteitag noch im Februar mitgetragen.
Für die Tagesspiegel-Community geht es deshalb vor allem um Doppelmoral. Während es durchaus Verständnis für Spahns Wunsch nach einem Kind – und verschiedene Perspektiven auf das Leihmutterschaftsverbot – gibt, scheint klar: Wer in Anspruch nimmt, was er Anderen verwehren will, verwirkt jede politische Glaubwürdigkeit.
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Wir dokumentieren hier eine redaktionelle Auswahl der Kommentare aus unserer Community:
Marco.berlinUnd zack, sich gleich wieder zum Opfer machen. Nein, lieber Jens Spahn, der Fehler war, dass Sie noch am Jahresanfang öffentlich anderes vertreten haben, als Sie es dann selbst vorgelebt haben. Auch Sie dürfen den Wunsch nach einer Familie und Kinder haben, damit habe ich absolut kein Problem.
Ein Problem habe ich mit Politikern, die dann dazu nicht stehen wollen und in der Öffentlichkeit genau anders handeln und meinen, dass das eine sei halt Politik und das andere eben privat. Nein, das kann man, wenn man Ehrlichkeit und Vertrauen ausstrahlen will, eben nicht trennen. Dann hätten Sie zumindest in der Vergangenheit es genau so öffentlich formulieren müssen, dass Sie die Meinung der CDU respektieren, dass es aber als schwuler Mann, der sich auch Kinder wünscht, aber nicht Ihre Haltung ist und Sie sich zumindest bei allen Abstimmungen enthalten.
Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, dann sind es nicht eigene Fehler, sondern Sie wurden nur missverstanden
Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, dann sind es nicht eigene Fehler, sondern Sie wurden nur missverstanden
Meint Tagesspiegel-Nutzer Marco.berlin
So ist es einzig Doppelmoral und absolut unglaubwürdig. Aber so ist ja leider häufiger Ihre Art und wenn Sie nicht mehr weiter wissen, dann sind es nicht eigene Fehler, sondern Sie wurden nur missverstanden. Selbst im Rücktritt fehlt Rückgrat und Selbstreflexion.
Anakaleaka: Die Doppelzüngigkeit von Politikern ist doch genau das, was immer mehr Menschen im Land nervt und die Distanz zu ihnen weiter verstärkt. Für mich geht es hier nicht um die Gesetzeslage, sondern darum, dass Spahn sie unterstützt, um gleichzeitig gegenteilig zu handeln. Dafür kann es nur einen Rücktritt geben.
Charybdis66Menschen, die........
