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„Weltlage“-Newsletter zur Münchner Sicherheitskonferenz: Europa formuliert seine eigene Vision

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18.02.2026

Herzlich willkommen zur letzten Ausgabe der „Weltlage“ am Montagmorgen mit einer Bilanz der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Europa fährt nicht mehr auf die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), um den USA zuzuhören, sondern um die eigene Vision zu formulieren. Dieses Gefühl hatte ich auf der diesjährigen MSC, die am Sonntagnachmittag zu Ende gegangen ist, immerhin stellenweise.Anstatt über die USA zu jammern, sprachen die europäischen Teilnehmer in zahlreichen Runden über konkrete Schritte zur Stärkung der Sicherheit in Europa. Und doch: Die Ankündigung neuer Vorhaben, auf die manche etwa mit Blick auf die Ukraine gehofft hatten, blieb aus.Natürlich schaffte es US-Außenminister Marco Rubio mit seiner Rede am Samstagmorgen trotz allem, die Gespräche zu dominieren. Dass Bundeskanzler Friedrich Merz den Kulturkampf der MAGA-Bewegung in seiner Eröffnung explizit abgelehnt hatte, schien den Amerikaner nicht weiter zu beeindrucken.Mehrfach beschwor Rubio in seiner Rede das Christentum und die westliche Zivilisation und wetterte gegen den „Klima-Kult“, der die Menschen in den USA in „Armut“ gestürzt habe.Als „weiß-nationalistische Vision des Westens“ bezeichnete Thomas Kleine-Brockhoff, Direktor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), das im Gespräch mit mir danach.Rubios Ausführungen sind mit Blick auf die Entwicklungen in den USA aufschlussreich. Sie zeigen: Tauwetter gegenüber Europa ist nicht zu erwarten. Anders als US-Vizepräsident JD Vance verfügt Rubio über langjährige diplomatische Erfahrung – er weiß seine Botschaft zu verpacken. An ihrem Inhalt ändert sich dadurch allerdings nichts.

Die vergangenen Ausgaben des „Weltlage“-Newsletters können Sie hier und hier nachlesen.

Die wichtigsten Nachrichten von der MSC: Wie geht es nun weiter?

© IMAGO/dts Nachrichtenagentur/IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Für Marco Rubio erst einmal in Richtung Ungarn. In Budapest trifft sich der US-Außenminister heute mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Bei den Gesprächen soll es vor allem um die Energiepartnerschaft zwischen den beiden Ländern gehen. Denn das EU-Mitglied Ungarn bezieht auch weiterhin sein Erdgas fast ausschließlich aus Russland. Die US-Regierung wirkt derzeit auf Ungarn ein, umfangreich amerikanisches Flüssiggas einzukaufen. Am Sonntag hatte sich Rubio mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico in Bratislava getroffen.

Während die EU weiter daran arbeitet, das........

© Der Tagesspiegel