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Frank-Walter Steinmeier: der defensive Präsident

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01.10.2026

Was bleibt von einem Bundespräsidenten? Christian Wulff verstörte die Republik mit dem Satz, der Islam gehöre inzwischen zu Deutschland. Roman Herzog träumte von einem Ruck, der durch das reformscheue Deutschland geht – und Joachim Gauck sprach auf dem Höhepunkt der Migrationskrise vielen aus der Seele, als er sagte: „Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind endlich.“

Von Frank-Walter Steinmeier ist keine Aussage dieser Kategorie überliefert – und auch wenn es vielleicht ein wenig unfair sein mag, das Wirken eines Staatsoberhauptes auf einen plakativen Satz zu reduzieren, so ist das klare Wort sicher nicht die Stärke des amtierenden Bundespräsidenten. Steinmeier, dessen zehnjährige Amtszeit im März zu Ende geht, kann zwar kundig und klug über den gesellschaftlichen Zusammenhalt reden und die Notwendigkeit, die Demokratie gegen ihre Feinde im Inneren und Äußeren zu verteidigen. Allein, der Funke will bei ihm nur selten........

© Augsburger Allgemeine