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Olympia-Kolumne: Kein Foto von diesen Medaillen!

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19.02.2026

Olympia-Kolumne: Kein Foto von diesen Medaillen!

Von Ralf Streule, Tesero

Olympische Medaillenzeremonien sind zackig organisiert und bei Eingangskontrollen gelten strikte Regeln. Langsam aber mischt sich etwas Dolce Vita in die stramme Organisation. Das schreibt unser Reporter Ralf Streule vor Ort.

Goldmedaille auf dem Serviertablett. Nicht alle dürfen das fotografieren.

Wenn der olympische Wettkampf vorbei ist, gilt's ernst. Für die Siegerehrung stellen sich die Frauen und Männer vom Militär in Reih und Glied auf, dahinter die Medaillen-, Fahnen- und Plüschtierträger. Für jede und jeden ist der Platz per Schild zugewiesen: «Gold Flag», «Medal Presenter», «Gift Presenter» und so weiter.

Jemand trägt die Langlauf-Medaillen auf einem Tablett. Darf man die fotografieren? «Noooo», sagt ein Mann mit Knopf im Ohr in freundlich-italienischem Singsang. «It's for the athletes.» Ja, ich wolle sie ja nicht haben, sondern nur fotografieren. Jetzt ist der Singsang vorbei. «No!!» Ich zucke zusammen, und das gleich zweimal.

Denn die Kommandantin ganz vorne ruft jetzt etwas Italienisches, das «Aaaaachtung!» heissen muss. Alle 20 stehen stramm, dann geht der Marsch los zur Medaillenübergabe.

Ähnlich strikt ist die Eingangskontrolle geregelt. QR-Codes auf den Akkreditierungen werden eingescannt. Dann kommt die Frage des Mannes mit dem strengen Blick: «Photocamera?» Die dürfen nämlich nur die als Fotografen Akkreditierten mitbringen. Dann kommt der Mann mit dem Metallscanner. Zuletzt die Frau am Tischchen: «Open your bag!»

In diese zackige Zeremonie hat sich in den letzten Tagen aber etwas Dolce Vita eingeschlichen. Der Metalldetektor pfeift. Ah, der Schlüssel! Ich ziehe ihn aus der Jackentasche. Der Metalldetektor pfeift noch immer. Ah, die Euromünze! Der Metalldetektor pfeift wieder. Ich zucke mit den Schultern. «Va bene», sagt der Mann.

«Open your bag!», sagt die Dame dann zwar immer noch. Doch ist der Rucksack mal offen, sitzt sie schon wieder auf dem Plastikstuhl und widmet sich ihrem Pappteller Pasta. Ich schaue sie fragend an. Sie mich auch. Drei Sekunden Stille. Dann: «Va bene!»

In der Kolumne «In Pista!» blicken unsere Reporter vor Ort hinter die Olympia-Kulissen.

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