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Auf keinem grünen Zweig: Bekommen wir den Wald unserer Kindheit bald nur noch im Kino zu sehen?

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18.08.2026

Auf keinem grünen Zweig: Bekommen wir den Wald unserer Kindheit bald nur noch im Kino zu sehen?

Anhaltende Dürre, ein Waldbrand im Aargau: Der Wald verkümmert vom Rückzugsort zum bedrohten Raum. Damit gerät auch ein kulturelles Selbstverständnis ins Wanken.

Sattgrünes Moos, feuchte Erde: Der Wald, wie er in «Hamnet» auf der Filmleinwand erscheint, wird immer mehr zum Sehnsuchtsort.

Lange Zeit hielt ich Grün für eine überschätzte Farbe. Vielleicht, weil an ihr alles so alltäglich war. Grün war der Grossteil der Welt, in der ich aufwuchs. Wenn ich in einer Ausstellung auf die Leinwand gepinselte Baumwipfel sah, oder sich im Märchen wieder einmal jemand im Wald verirrte, dachte ich mir: Jaja, das kenne ich.

Es war erst in diesem Sommer, als ich begann, die Farbe der Hoffnung mit anderen Augen zu sehen. Um genau zu sein, passierte das im Freiluftkino, beim Historiendrama «Hamnet», das in der Vogelperspektive beginnt: Eine Frau liegt in Embryoposition auf dem Waldboden , ihre Finger graben sich in die nasse, dampfende Erde. Dann schwenkt die Kamera um, folgt ihrem Blick hinauf ins Blätterwerk, das sich wie ein schützendes Zelt über die Szenerie spannt. Unverschämtes Grün.

Was für blühendes Leben stand, zerfällt zu Asche

Und während auf der Kinoleinwand die jungen Triebe sprossen, keimte in mir ein anderer Gedanke auf: Antizipiert Regisseurin Chloé Zhao mit diesen Bildern womöglich........

© Aargauer Zeitung