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Val di Fiemme

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23.02.2026

Der Autor der Meiereien erzählt regelmässig eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. Heute geht es ein olympisches Langlaufrennen.

Manchmal tue ich seltsame Sachen. Zum Beispiel am letzten Sonntag . Da verbrachte ich einige Zeit damit, etwa 60 Frauen dabei zuzuschauen, wie sie bei prächtigem Sonnenschein auf Langlaufskis im klassischen Stil durch das Val di Fiemme im italienischen Trentino hasteten. Sie liefen im Kreis, sechsmal die genau gleiche Strecke, bis sie endlich das Ziel erreichten. Viele sanken nach der Zieldurchfahrt erschöpft zu Boden. Wahrscheinlich hätten ihnen fünf Runden gereicht. Aber das war nicht erlaubt. Denn das olympische Langlaufrennen ist genau nach 50 Kilometern fertig. Wer früher aufhört, wird disqualifiziert. So sind die Regeln. Auch bei sulzigem Schnee. Es gibt keine Ausnahme.

Das Rennen dauerte weit mehr als zwei Stunden. Eine Schwedin rannte vorneweg, eine Norwegerin ihr hinterher; alle andern Läuferinnen folgten mit zunehmendem Abstand. Wie gesagt: Ich sass vor dem Bildschirm und schaute zu, wie die 60 mir unbekannten Frauen hintereinander und im Kreis durch das Val di Fiemme liefen.

Plötzlich begannen Kommentator und Experte nervös und laut zu werden. Nadja Kälin sei drauf und dran auf den dritten Platz vorzupreschen, riefen sie. Was ihr schliesslich auch gelang. Kommentator und Experte waren begeistert. Das sei ein sporthistorischer Moment, sagten sie heiser, die ganze Schweiz könne stolz auf Nadja sein. Obwohl ich Nadja nicht persönlich kenne, beschloss ich, auch stolz zu sein. Nach dem Rennen spürte ich eine grosse Erschöpfung.  Gerade so, als wäre ich auch mindestens zwei Runden mitgelaufen.

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