Wie deutsch darf unser Hochdeutsch tönen?
Wie deutsch darf unser Hochdeutsch tönen?
Es gibt kein «richtiges» Hochdeutsch. Trotzdem empfinden viele Schweizer, das deutsch unserer nördlichen Nachbarn als das «richtige». In seiner Kolumne zeigt Adrian Leemann was passiert, wenn ein Schweizer dem vermeintlichen Vorbild tatsächlich nahekommt.
Zu deutsch gilt als unsympathisch, zu schweizerisch als ungebildet: Wo liegt die richtige Mitte?
Schweizer Moderatorinnen und Moderatoren kennen es: Mal heisst es, ihr Hochdeutsch töne zu schweizerisch, mal, es töne zu deutsch. Eine offizielle Aussprachenorm für unser Hochdeutsch gibt es nicht. Was es gibt, ist eine ungeschriebene Abmachung, die Abweichung in beide Richtungen bestraft: Zu deutsch gilt als überheblich, zu schweizerisch als ungebildet.
Im Frühling habe ich in meiner Kolumne beschrieben, dass viele von uns das Deutsch unserer nördlichen Nachbarn insgeheim für das «richtige» Hochdeutsch halten und unser eigenes als fehlerhaft empfinden, obwohl das Schweizer Hochdeutsch eine gleichberechtigte Variante ist. Diesmal geht es um dessen Aussprache: Was passiert, wenn ein Schweizer dem vermeintlichen Vorbild tatsächlich........
