Ich bin Poptimistin – verklagt mich doch!
Ist Popkritik tot? Diese Frage stellte das Magazin der Freitag kürzlich in einem Text, der für kontroverse Reaktionen sorgte. Man dürfe heutzutage keine Verrisse mehr schreiben, weil beleidigte Fan-Gefühle und der allgemein verbreitete „Poptimismus“ dazu führen würden, dass Kritik an Taylor Swift & Co. Hass gegenüber den Verfasser:innen zur Folge hätte. Erstmal vorweg: Ja, das passiert und ist ohne Zweifel völlig daneben und problematisch. Das soll aber in dieser Kolumne nicht das Thema sein. Ich würde gerne auf den Vorwurf blicken, dass „Poptimismus“ schlecht für die Popkulturkritik ist.
Seit den 2010ern habe sich an der Art und Weise, wie Mainstream besprochen wird, etwas geändert, so der Freitag: Während Taylor Swift, Harry Styles oder Sabrina Carpenter früher gar nicht besprochen – oder wenn, dann verrissen – wurden, würden sie heute überwiegend positiv beurteilt, heißt es da. Superstars wie die oben genannten abzulehnen, werde von den Poptimist:innen direkt als „snobistisch“ abgetan.
Die Kritik am Poptimismus beschränkt sich nicht nur auf diesen einen Freitag-Text. Als........
