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Von Salamisticks und Milliardenbusiness: Die Tour de France

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25.07.2026

38 Grad. Es riecht nach Schweiß, Pesto und Schokoladenpudding. Aus Lautsprechern dröhnen aufgeregte Stimmen. Auf asphaltierten Straßen, auf denen leicht abbaubare Zelte stehen, drängen sich jubelnde Menschen. Gewusel. Animateur:innen springen auf bunt beklebten Lastwagen und fordern die Menge am Straßenrand auf, den Namen einer Keksmarke mitzuschreien. Sekunden später fliegen Kappen, Hütchen, Trinkflaschen und Schlüsselanhänger in den Farben der Tour durch die Luft. Rot gepunktet. Grün. Weiß. Gelb. Die Werbekarawane scheint endlos: Schokopralinchen, Mini-Salamisticks, Dosenwurst und Kekse folgen den Schlüsselanhängern im hohen Bogen.

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Kinder strecken sich mit Keschern nach den Werbegeschenken, Erwachsene ringen mit ihnen um den besten Platz. Und um das heiß ersehnte Gratis-Plastik.

Was sich anhört wie ein Demolition Derby in einem US-amerikanischen Vorort, spielt sich bei einem der größten und mächtigsten Sportereignissen der Welt ab. Es geht um die Tour de France. Ein Radrennen und gleichzeitig eine der erfolgreichsten Marketingmaschinen des Sports. Am Sonntag wird es zu Ende gehen, wie fast jedes Jahr in Paris, auf der Zielgerade der Champs-Élysées.

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Und nun zu den wahren Helden der Stunde

Die berühmte Werbekarawane, die jede Etappe begleitet, ist bereits lange vor dem Peloton da und verwandelt den Streckenrand in ein Volksfest. Danach rauschen die Sportler:innen innerhalb weniger Sekunden vorbei. Neben ihnen: Campierende Menschen, die nicht selten schon mehrere Stunden auf ihren Klappsesseln oder an ihren Campern auf die Fahrer warten. Warum? Nicht nur die Bobos im siebten Wiener Gemeindebezirk haben das Rennrad für ihre Coffee-Rides und Strava-Erfolge entdeckt, die Tour de France ist in Frankreich seit 123 Jahren Kult. Und eine große Vermarktungsmaschine.

Die Besucher:innen am Straßenrand, die hauptsächlich aus anderen Teilen Frankreichs anreisen, sind glücklich. Denn: Die Tour verspricht etwas, wovon Fans anderer Sportgroßveranstaltungen nur träumen können. Wo sonst kommt man den größten Stars ihrer Sportart kostenlos so nahe? Kurz Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard oder Remco Evenepoel sehen. Ganz ohne teure Tickets, ohne VIP-Bereiche, ohne Tribünen zwischen Fans und Athleten. Nur ein Straßenrand und wenige Meter Abstand. Gerade diese Niederschwelligkeit macht einen großen Teil ihrer Faszination aus. Und sorgt zugleich für fantastische Bilder im Fernsehen.

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© Wiener Zeitung