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Geile Nägel oder Patriarchat stürzen?

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10.08.2026

Ich habe eine komplizierte Beziehung zu meinen Fingernägeln. Ich feile sie, lackiere sie, der Lack blättert ab, ich kratze ihn runter, feile die Nägel und trage sie dann doch wieder kurz. Ein Drei-Wochen-Zyklus, der sich zuverlässig wiederholt. „Nicht sehr ladylike”, kommt da mal ungeniert aus den Mündern auf Familienfeiern.

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Und dann war es so weit.

Ich wollte Krallen. Krallen, wie ich sie ständig auf Instagram sehe. Krallen, in Komplementärfarben zu meinem Matcha. Krallen, die auf Fotos richtig gut kommen. Krallen, die mir mittlerweile als die Norm verkauft werden.

Also habe ich mir Kunstnägel aufgeklebt.

„Grundsätzlich gilt: lange Nägel top notch", singt ja bekanntlich schon Rap-Ikone Ikkimel.

Jede Bewegung fühlte sich an, als würde ich sie gerade neu lernen. Tippen. Die Bankomatkarte aus dem Automaten ziehen. Durch meine Haare fahren. Münzen aufheben. Abwasch erledigen. Eine Senftube öffnen, wenn ich einfach nur meine wohlverdiente vegane Bosna essen will.

Ich habe mich dabei erwischt, wie ich meine Hände anders bewege, vorsichtiger greife und ständig aufpasse, nichts........

© Wiener Zeitung