„Linz ist kein leichtes Pflaster zum Fortgehen“
Es ist ein beschaulicher Samstagabend in Linz. Die heiße August-Sonne senkt sich allmählich hinter das Ars Electronica Center. Neben dem Salonschiff „Fräulein Florentina“ zieht eine Gruppe Wassersportler:innen ihre Paddelboote aus der Donau und verstaut sie in einem Anhänger auf dem Parkplatz vis-à-vis, als sie sich plötzlich mitten in einem Polterabend aus dem Mühlviertel wiederfindet. Rasch hat man sich verbrüdert und verschwestert, kleine Alkoholflaschen werden gemeinsam geleert. Hier wird fürs Partymachen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt vorgeglüht.
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Die große Frage ist allerdings: Wo werden die Braut und ihre Begleiterinnen nachher weiterfeiern? In Bezug auf das Nachtleben sehe es in Linz nämlich eher mau aus, hört die WZ von verschiedenen jungen Leuten, die hier auf der Strandpromenade die warme Abendsonne genießen.
Der 22-jährige Isandro zum Beispiel vermisst hier „interessante Lokale, wo nicht unbedingt der Alkohol im Vordergrund steht, sondern wo es vielleicht ums Tanzen geht, um Musik, um soziale Interaktionen“. Deshalb würden immer weniger Junge in Linz abends fortgehen. Auch die 26-jährige Marlene ist vom Linzer Nachtleben enttäuscht: „Ich finde, es ist sehr eingeschlafen hier. Es haben viele Lokale zugemacht.“ Und die paar, die sie ausprobiert habe, „hätte ich mir sparen können“.
Marlenes Patin, mit der sie an diesem Abend unterwegs ist, verweist auf das Museum Lentos, in dem in ein paar Stunden ein DJ auflegen wird. „Aber das ist halt eine einmalige Sache.“ So wie die Uni-Feste, die Pia (26) und ihr Begleiter Mathias (30) auf die Frage nennen, wo man denn in Linz am besten Spaß haben könne. „Man muss sich schon umschauen, damit man etwas Passendes findet. Es ist kein leichtes Pflaster zum Fortgehen“, sagt Pia.
Leute in meinem Alter sind eher fad geworden.
Es liege aber nicht nur an den Lokalen, meint Leon (18): „Vor allem Leute in meinem Alter sind eher fad geworden. Es ist einfach nicht mehr so, wie es einmal war. Es ist irgendwie ausgestorben – ich weiß aber eigentlich nicht, warum.“ Der 17-jährige Zakhar ergänzt, dass seine Generation generell „weniger sozial ist und weniger Freundschaften und Beziehungen hat als frühere“.
Zehn Lokale mit Sperrstunde um 6 Uhr früh
Wie sehen nun die Zahlen zu diesen subjektiven Wahrnehmungen aus? Auf eine Anfrage der WZ bei der Stadt Linz ist seitens des Magistrats einerseits die Rede von „einer Vielzahl von Betrieben“, die spätestens um 4 Uhr schließen müssten und „über das gesamte Stadtgebiet verstreut“ seien, sodass „eine exakte und seriöse Zuordnung zur Nachtgastronomie nicht wirklich möglich“ sei. Andererseits wird die Zahl von zehn........
