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Wenn die Koffer leer bleiben

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23.07.2026

„Ich vermisse das Meer so sehr“, murmelt meine Freundin Laura vor sich hin, während sie mit zugekniffenen Augen zur Sonne hochblickt. Wir liegen im Sand eines Freibads und hören das Poolwasser plätschern, doch so richtiges Strandfeeling kommt bei uns nicht auf. Lauras Blick wirkt ernst, fast schon traurig, darum hake ich nach:

Kennst du schon?: „Aber das sind doch deine Eltern“

„Fährst du dieses Jahr gar nicht weg?“

„Kein Cash oder keine Zeit?“

Ich nicke nur mitfühlend. Die Antwort überrascht mich nicht. 2025 schwamm ich nämlich selbst das erste Mal seit knapp 19 Jahren wieder im Meer. Finanziell ging sich das einfach nicht früher aus. Darum verstehe ich sie, sowohl ihre Sehnsucht als auch den Frust.

Wenn man auf Social Media scrollt, wird schnell klar, dass meine Freundin Laura mit ihrem Fernweh nicht allein ist. Es kursieren Dutzende Videos, in denen sich Menschen darüber beklagen, keinen Sommerurlaub machen zu können. Wie bei Laura sind finanzielle Hürden für viele der Grund, nicht zu verreisen. Laut der Statistik Austria war es 2025 für ganze 17,8 Prozent der Bevölkerung in Österreich nicht möglich einmal im Jahr einen Urlaub zu unternehmen. Das Momentum Institut berichtet auch davon, dass vor allem Alleinerziehende und Haushalte mit Kindern es letztes Jahr schwer hatten zu verreisen.

Laura gehört dieses Jahr auch zu dieser Gruppe. 2021 sind sie und ihr Ehemann zuletzt in den Urlaub geflogen; nach Griechenland, mit Sonne, Strand und Meer. Genau nach dieser Auszeit sehnt sie sich heuer besonders. „Ich habe eh nachgeschaut, ob es gute Angebote gibt.“ Doch das Ergebnis ihrer Suche war ernüchternd. Mittlerweile sind sie nämlich nicht mehr nur zu zweit, sondern haben auch eine Tochter. „Eine Woche in der Türkei würde zum Beispiel für meinen Mann, unsere Tochter und mich fast 4.000 Euro kosten.“ Ein Preis, der dieses Jahr schlicht nicht in ihr Budget passt. Damit fällt für Laura nicht nur der Urlaub aus, sondern auch die ersehnte Erholung. „Vielleicht nächstes Jahr“, sagt sie.

Der Traum vom All-inclusive-Urlaub

Auf einen Aufruf der WZ nach weiteren Personen, die sich dieses Jahr keinen Urlaub leisten können, meldete sich Tanja. Sie und ihre Familie bleiben heuer auch daheim. „Wir waren eigentlich fest davon überzeugt, dass sich dieses Jahr mindestens eine Woche Urlaub ausgehen wird, aber im Frühjahr haben wir dann gecheckt, dass es das nicht spielt“, erklärt sie. Ihre........

© Wiener Zeitung