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Wie Österreich sich selbst zum Favoriten erklärte

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03.07.2026

„Wödmasta in Amerika“, heißt der ÖFB-WM-Song. Bundespräsident Alexander Van der Bellen versprach einen Feiertag, sollte der WM-Pokal geholt werden. Und Marko Arnautović hielt fest: „Ich traue uns den Titel zu!“ Das alles mag witzig klingen. Doch im Land manifestierte sich eine Erwartung, die nur Enttäuschung bringen konnte.

Kennst du schon?: Ein WM-Wunder zum Wundern

Österreich ist seit gestern raus aus dem Turnier. Im Sechzehntelfinale. Gescheitert an Europameister Spanien. Im Internet heißt es vielfach, dass ein schaler Beigeschmack bleibe: Das ÖFB-Team sei nämlich „doch nicht Weltklasse“. Ein ganzes Land scheint nun eines Traums beraubt, der eigentlich nie hätte geträumt werden dürfen.

Denn: Österreich ist den Fakten nach natürlich nur WM-Durchschnitt. Etwa hier: Die ÖFB-Spieler sind 250 Millionen Euro wert. Jene von Spanien: 1,2 Milliarden Euro. Dort: Offensivstar Lamine Yamal, 18, vom FC Barcelona, 200 Millionen wert. Hier: Michael Gregoritsch, 32, FC Augsburg, 1,5 Millionen. Selbst andere Durchschnittsteams wie Schweden (410 Millionen Marktwert), Norwegen (590 Millionen) oder die Elfenbeinküste (520 Millionen) haben weit bessere Voraussetzungen.

Ich selbst habe immer wieder von einer goldenen Spielergeneration geschrieben. Konrad Laimer spielt beim FC Bayern, David Alaba bei Real Madrid, Marcel Sabitzer in Dortmund. Der ÖFB hat einen starken Kader. Doch um den WM-Pokal kann er nicht mitspielen. Aber, und das war immer gemeint: Die Spielerstärke muss reichen, um regelmäßig bei großen Turnieren dabei zu sein. Vor vier Jahren war man nämlich noch meilenweit entfernt davon – und wurde in der WM-Qualifikation hinter Dänemark, Schottland und Israel nur Vierter. Österreich war ein Dauer-Loser. Und im Land wurde die Außenseiterrolle trotz immer besserer Kicker geschluckt.

Erwartungshaltung höher als Entwicklung

Dagegen sieht jetzt alles rosig aus: Die erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren. Die erste WM-K.O.-Runde seit sieben Jahrzehnten. Österreich hat seit Rangnicks Amtsantritt im Jahr 2022 eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Nur die Erwartungshaltung im Land entwickelte sich noch schneller.

Das Problem bei der WM: In zwei von vier Spielen traf Österreich auf Gegner, die nur schwer aus........

© Wiener Zeitung