Rangnick, Milan und der ÖFB – die Hintergründe
Jetzt soll auf einmal alles schnell gehen. ÖFB-Boss Josef Pröll holte sich Anfang Juni die Handlungsvollmacht von seinen Funktionärskollegen, um den Vertrag von Ralf Rangnick zu verlängern. Kurz davor war bekannt geworden, dass der ÖFB einen potenten Nebenbuhler hat: den AC Mailand.
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Seit einem halben Jahr ziehen sich die Vertragsverhandlungen. Erst ließ sich der ÖFB viel Zeit und verärgerte Rangnick. Nun lässt Rangnick den ÖFB zappeln.
Eigentlich sollte der Fokus gerade auf der ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren liegen. Das Nationalteam trainiert bereits in Kalifornien. Doch ausgerechnet jetzt, kurz vor dem Turnier, steht ein Verbleib des Teamchefs – dessen Vertrag nach der WM ausläuft – auf der Kippe. Wohin tendiert Rangnick?
Noch wirkt der Deutsche entspannt. Zuletzt trällerte er auf dem Trainingsplatz in den USA gar zu Rainhard Fendrichs „I am from Austria“. Doch hinter den Kulissen tobt ein Vertragspoker, der sich in den letzten Tagen zugespitzt hat. Ende Mai traf sich Rangnick in Wien mit Vertretern des AC Mailand, die ihm den Posten des Sportdirektors schmackhaft machten. Der italienische Traditionsklub hat seine komplette Führungsetage entlassen und strebt offenbar einen Neuanfang an – mit Rangnick als Mastermind.
Zähe Verhandlungen, Geld und Forderungen
Eigentlich hätte Rangnicks Verbleib beim ÖFB längst fixiert sein können. Die erste Vertragsverlängerung wurde dem Teamchef noch von Prölls Vorvorgänger Klaus Mitterdorfer in Aussicht gestellt, im Mai 2024. Damals hatte Rangnick gerade dem FC Bayern München und einer Jahresgage von 10 Millionen Euro abgesagt. Zum Dank sollte er einen langfristigen Vertrag und eine Kompetenzerweiterung erhalten. Doch dann brachen im ÖFB die üblichen Grabenkämpfe los.
Unter den Funktionären wurde befürchtet, dass der dominante Teamchef den Verband an sich reißen und in eine „Rangnick AG“ verwandeln könnte. Immer wieder kritisierten sie Rangnick öffentlich. Dieser sei „sehr schwierig“, erklärte Wolfgang Bartosch vor einem Jahr, ehe er heuer im Zuge der Verlängerungsgespräche anmerkte, dass ein Österreicher dem Verband „viel billiger“ kommen würde.
Rangnick, den die Zwischenrufe lange irritiert hatten, nahm die Kritik gelassen entgegen. Sein entscheidender Gesprächspartner wurde ÖFB-Chef Pröll. Die erste Verhandlungsrunde fand........
