Zwischen Datensatz und Duftwolke
Werde ich durch KI ersetzt? Die Sorge ist berechtigt, denn Künstliche Intelligenz erobert immer mehr Berufssparten – und sogar Profi-Parfumeur:innen mit ihrem außergewöhnlich trainierten Geruchssinn müssen um ihren Job fürchten. Was früher als rein menschliche Domäne galt – die Sinnlichkeit des Riechens und des Duftes – können Algorithmen heute ganz ohne die feine Nase zusammenstellen.
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„Die KI schlägt Düfte vor, die wirklich zu einem passen“, verspricht eine Influencerin auf Social Media. „Ich habe mir eine Box zusammengestellt mit fünf Proben, und da weiß ich, das sind Düfte nach meinem Geschmack.“ Im Video der Name der Firma, an die man sich wenden kann.
Bergamotte, Zitrone, Minze oder Blütennoten?
Also: ausprobieren. Immerhin suche ich den optimalen Sommerduft. In der Hoffnung auf Bergamotte, Zitrone, Minze oder zarte Blütennoten registriere ich mich bei einem Webshop, der drei verschiedene von KI zusammengestellte Parfums für 45 Euro anbietet. Als Parfumeure fungieren spezielle Algorithmen und Misch-Roboter. Das Unternehmen wolle „Benutzer in den Mittelpunkt des Erstellungsprozesses stellen“, heißt es: KI analysiere die Kund:innenvorlieben für individuelle Duftkreationen.
Ich schreite zur persönlichen Durchleuchtung. Die Algorithmen wollen eine umfassende Selbsteinschätzung vom Wohnort in Stadt oder Land über die Farbe, die mich am ehesten repräsentiert, bis hin zu Fragen, wie gesprächig, zurückhaltend, gehemmt, offen, sozial oder vergebend ich sei. Ich unterbreche die Fragestunde auf dem PC. Was machen die mit meinen Daten, frage ich mich. Und was genau hat mein Charakter mit meinem Parfum zu tun?
Was der Geruch über den Menschen verrät
Der Geruch verrät eine Menge über den Menschen, erklärt die........
