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Junge Wissenschaftler:innen in der Joblotterie

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28.05.2026

Befristete Verträge und fehlende Karriereperspektiven erschweren jungen Forschenden die Lebensplanung und führen oft zum Ausstieg.

Sparzwänge und gekürzte Budgets bedrohen weitere Stellen, besonders für Nachwuchswissenschaftler:innen.

3.500 Bewerbungen auf 40 Doktorand:innenstellen an der Uni Wien

80 % der wissenschaftlichen Uni-Mitarbeiter:innen haben befristete Verträge

Hochschulbudget 2028–2030: 15,5 statt geforderter 18 Milliarden Euro stehen im Raum

Kettenverträge an Hochschulen maximal 8 Jahre erlaubt

Befristete Verträge und fehlende Karriereperspektiven erschweren jungen Forschenden die Lebensplanung und führen oft zum Ausstieg.

Sparzwänge und gekürzte Budgets bedrohen weitere Stellen, besonders für Nachwuchswissenschaftler:innen.

3.500 Bewerbungen auf 40 Doktorand:innenstellen an der Uni Wien

80 % der wissenschaftlichen Uni-Mitarbeiter:innen haben befristete Verträge

Hochschulbudget 2028–2030: 15,5 statt geforderter 18 Milliarden Euro stehen im Raum

Kettenverträge an Hochschulen maximal 8 Jahre erlaubt

Es ist noch nicht ganz so wie Lotto spielen, aber weit weg davon sind wir auch nicht mehr. Kürzlich bewarben sich an der Universität Wien 3.500 junge Akademiker:innen für gerade einmal 40 Doktorand:innenstellen. Somit gab es pro Job mehr als 87 Personen, die ihn haben wollten. Wollen Forschende angesichts dieser prekären Umstände weiterhin den Weg in der Wissenschaft gehen, müssen sie eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen.

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Was wie ein Exkurs zum Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung aussieht, ist ein massives Problem für junge ambitionierte Forscher:innen – und für unsere Republik. Ein innovativer Forschungsstandort, wie Österreich einer sein will, muss seinen Wissenschaftler:innen nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch stabile Karrieremöglichkeiten bieten. Denn eine Forschungskarriere, die in weiterer Folge wichtige Innovationen, Hightech-Unternehmen und Arbeitsplätze hervorbringen soll, beginnt meist mit einer Anstellung an einer Universität. Ob Nobelpreisträger Anton Zeilinger, der die Quantenphysik mit seinen Experimenten zum Beamen revolutioniert hat, KI-Forscher Peter Steinberger, der als Ein-Mann-Show einen KI-Agenten gebaut hat und jetzt bei OpenAI Karriere macht, oder die Entdeckerin der Gen-Schere Emmanuelle Charpentier – sie alle begannen ihre Forschungskarriere an öffentlichen Hochschulen in Österreich.

Bankrotterklärung für den Forschungsstandort

Heute, in Zeiten knapper werdender Budgets, klaffen Angebot und Nachfrage immer weiter auseinander, und das ist kein Ansporn für junge Talente, in diesem Land an wichtigen neuen Erkenntnissen und Innovationen zu arbeiten. Langfristig ist das eine Bankrotterklärung für einen Forschungsstandort, der zu den besten zählen möchte.

In der oben erwähnten Ausschreibung hatte die Uni Wien junge Menschen gesucht, die in den Fachgebieten Social Sciences, Humanities und Cultural Studies ein Doktorat machen wollten. Geboten wurden auf drei Jahre befristete 30-Stunden-Anstellungen. Christina Fritz aus Graz hält eine Absage in Händen. Für die junge Philosophin, die ein Doktorat an der Uni Graz begonnen hat, aber eine fixe akademische Stelle sucht, sind solche Schreiben, wie sie zur WZ sagt, „nichts Neues. Es gibt nur wenige akademische Stellen und man muss es ununterbrochen versuchen. Wir jungen Akademikerinnen sind eigentlich ständig im Bewerbungsmodus“.

Von........

© Wiener Zeitung