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Bitcoin: Ist das der Anfang vom Ende?

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18.02.2026

Bitcoin hat seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 über 45 Prozent an Wert verloren.

Analyst:innen und Banken wie die Deutsche Bank und Standard Chartered erwarten keine neuen Rekordwerte, aber eine mögliche Erholung.

Bitcoin bleibt volatil, wird mit illegalen Aktivitäten assoziiert und hat sich nicht als alternatives Zahlungsmittel etabliert.

Bitcoin-Preis im Oktober 2025: 106.378,66 Euro (Allzeithoch)

Wertverlust seitdem bis Februar: über 45 %, aktuell unter 60.000 Euro

Prognose Standard Chartered: Preisstabilisierung bei 42.147 Euro, Anstieg auf 84.295 Euro

MicroStrategy hält aktuell 714.644 Bitcoin

Bitcoin hat seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 über 45 Prozent an Wert verloren.

Analyst:innen und Banken wie die Deutsche Bank und Standard Chartered erwarten keine neuen Rekordwerte, aber eine mögliche Erholung.

Bitcoin bleibt volatil, wird mit illegalen Aktivitäten assoziiert und hat sich nicht als alternatives Zahlungsmittel etabliert.

Bitcoin-Preis im Oktober 2025: 106.378,66 Euro (Allzeithoch)

Wertverlust seitdem bis Februar: über 45 %, aktuell unter 60.000 Euro

Prognose Standard Chartered: Preisstabilisierung bei 42.147 Euro, Anstieg auf 84.295 Euro

MicroStrategy hält aktuell 714.644 Bitcoin

Die vermeintlichen Kidnapper von Nancy Guthrie, der entführten Mutter der US-Moderatorin Savannah Guthrie, hätten kein gutes Geschäft gemacht. In einer anonymen Notiz forderten sie Anfang Februar Berichten zufolge Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar, das in Bitcoin bezahlt werden sollte. Wenige Tage später stürzte die Kryptowährung um 10 Prozent ab. Die Familie zahlte diese Summe allerdings nicht, da die Ermittler:innen offenbar nicht an die Echtheit dieser Erpressernachricht glaubten. Die Geldforderung macht aber einmal mehr das Imageproblem von Bitcoin deutlich: Die Währung wird nur im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten genutzt. Denn die Spur des Geldes ist mit Kryptowährungen im Gegensatz zu traditionellen Zahlungswegen kaum nachzuverfolgen.

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Mehr als 45 Prozent des Wertes verloren

Die Entführung ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Bitcoin für Negativschlagzeilen sorgt. Im Oktober 2025 erreichte der Preis für einen Bitcoin mit 106.378,66 Euro ein Allzeithoch. Seither hat er bis Mitte Februar mehr als 45 Prozent dieses Wertes verloren. Allein im vergangenen Monat brach der Preis um rund 30 Prozent ein und liegt aktuell unter 60.000 Euro. Dieses Niveau hatte Bitcoin zuletzt im Frühling 2024. Der Amtsantritt des kryptofreundlichen US-Präsidenten Donald Trump sorgte im vergangenen Jahr für einen Preisanstieg. Doch warum ist der Kurs seit dem Allzeithoch im Herbst so stark gefallen?

Ein Grund dafür könnte sein, dass Bitcoin sein Versprechen als „digitales Gold“, also als sichere Anlage in unsicheren Zeiten, nicht mehr einlöst, wie die Deutsche Bank in einer Analyse Anfang Februar festhält. Der Preisverfall im vierten Quartal 2025 könnte zudem verdeutlicht haben, wie instabil Bitcoin tatsächlich ist – wodurch traditionelle Investor:innen das Interesse an der Kryptowährung verloren haben könnten. Bislang hat sich Bitcoin außerdem nicht als alternatives Zahlungsmittel durchgesetzt. Dämpfend könnte sich auch eine neue Zinspolitik in den USA auswirken, die mit einem neuen Notenbankchef erwartet wird.

Bitcoin-Anhänger:innen bleiben optimistisch

Es gibt also gleich mehrere Gründe, warum die Euphorie um Bitcoin nachgelassen hat. Dass die Kryptowährung aktuell nur noch halb so viel wert ist wie vor wenigen Monaten, wirft zwei Fragen auf: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Bitcoin zu kaufen? Oder sollte ich jetzt Bitcoin verkaufen, bevor der Preis noch weiter sinkt? Dazu gibt es von Analyst:innen und der Krypto-Community unterschiedliche Einschätzungen.

In Reddit-Foren sind Bitcoin-Anhänger:innen eher der Meinung, dass die Kryptowährung nach wie vor gekommen ist, um zu bleiben. Panisch verkaufen würde jetzt nur, wer das Prinzip von Bitcoin nicht verstanden habe. Dieses Sentiment wird von Großinvestor Michael Saylor angeheizt, dessen Firma MicroStrategy aktuell 714.644 Bitcoin hält und weiter nachkauft. Dementsprechend hat er ein Interesse daran, dass der Preis seiner Investments nicht langfristig verfällt. Auch auf der Handelsplattform Coinbase wurden Mitte Februar mehr Kauf- als Verkaufsaktivitäten registriert.

Erholung bis zum Jahresende?

Die britische Bank Standard Chartered rechnet in einer aktuellen Prognose damit, dass sich der Preis bei 50.000 US-Dollar (42.147 Euro) stabilisieren und im Laufe des Jahres wieder 100.000 Dollar (84.295 Euro) erreichen wird. Das Allzeithoch von über 100.000 Euro wäre damit allerdings noch immer in weiter Ferne. Die Deutsche Bank erwartet ebenfalls eine Erholung, jedoch keine neuen Rekordwerte.

Das Ende von Bitcoin ist den Analysen zufolge also noch nicht nah, ein Boom wie in den vergangenen Jahren allerdings ebenso wenig. Sicher ist nur, dass Bitcoin als Anlage weiterhin volatil und riskant bleibt. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man jetzt kauft oder verkauft.

Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.

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Der Bitcoin-Preis erreichte am 6. Oktober mit 106.368,06 Euro sein bisheriges Allzeithoch.

Seither ist der Preis um mehr als 45 Prozent gefallen; allein im vergangenen Monat rutschte der Wert um fast 30 Prozent ab.

Während Bitcoin-Befürworter:innen zum Nachkauf anregen, warnen Analyst:innen davor, dass die Rekordwerte in weiter Ferne sind.

Coinbase: Bitcoin Price

TMZ: Alleged Ransom Note for Nancy Guthrie Kidnapping Demands Millions in Bitcoin

Deutsche Bank: Currency, crypto, and payment infrastructure

CNBC: Strategy’s Michael Saylor

Coindesk: Standard Chartered sees bitcoin sliding to $50,000

Reuters: Bitcoin plummets, driving $2 trillion tumble in crypto market value


© Wiener Zeitung