„Ihr seid alle Epstein“
Viele Medien und Social-Media-Nutzer verbreiten Desinformation und verharmlosen sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein und Dominique Pelicot.
Sexuelle Gewalt wird meist von "normalen" Männern begangen, nicht nur von mächtigen Tätern wie Jeffrey Epstein; die Problematik ist strukturell.
Die Empörung über "Monster" lenkt von alltäglicher männlicher Gewalt ab, die viele Frauen und Kinder weltweit betrifft.
Über 70.000 Männer in einer Telegram-Gruppe für sexuelle Gewalt im deutschsprachigen Raum
Jede fünfte Frau erlebt weltweit als Kind sexuelle Gewalt, meist durch Männer
In Deutschland sind Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren am häufigsten betroffen
Mindestens 51 Männer nahmen das Angebot von Dominique Pelicot zur Vergewaltigung an
Viele Medien und Social-Media-Nutzer verbreiten Desinformation und verharmlosen sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein und Dominique Pelicot.
Sexuelle Gewalt wird meist von "normalen" Männern begangen, nicht nur von mächtigen Tätern wie Jeffrey Epstein; die Problematik ist strukturell.
Die Empörung über "Monster" lenkt von alltäglicher männlicher Gewalt ab, die viele Frauen und Kinder weltweit betrifft.
Über 70.000 Männer in einer Telegram-Gruppe für sexuelle Gewalt im deutschsprachigen Raum
Jede fünfte Frau erlebt weltweit als Kind sexuelle Gewalt, meist durch Männer
In Deutschland sind Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren am häufigsten betroffen
Mindestens 51 Männer nahmen das Angebot von Dominique Pelicot zur Vergewaltigung an
Ich wollte nicht über die Epstein-Files schreiben.
Kennst du schon?: Childless Cat Ladies und AWFULS
Das Schreiben sollte qualifizierten Investigativjournalist:innen in Qualitätsmedien überlassen werden, die das nötige Know-How, die nötige Vorsicht und die nötigen Ressourcen haben, die Inhalte der drei Milionen Flood-The-Zone-With-Shit-artig (Epstein-Freund Bannon lässt grüßen) Files zu prüfen und einzuordnen und die Flut an Shit von validen Informationen zu trennen bevor sie an die Öffentlichkeit gelangen.
Flood the Zone with Shit
Denn auf sozialen Medien haben sich bereits zu viele zu willigen Fußsoldat:innen des Shit-Floodens machen lassen und zahlreiche Reels und Posts erstellt, in denen Verschwörungsmythen zusammengebastelt und vervielfältigt werden. Gerne auch noch mit antisemitischem Unterton, denn, Obacht!, Epstein war ja Jude und dann war da noch irgendwie irgendwas mit satanistischen Ritualen. Und dann sind da noch die reichweitenstarken Accounts, die Posts in die Welt hinaus blasen, in denen sie erschüttert verkünden, dass sie nun, nach gründlicher 60-minütiger Recherche (eine ganze vollständige Stunde ist immerhin eine ordentlich Zeitinvestition für 3 Millionen Files) verbracht haben und das Ergebnis der Recherche ist: Man ist sehr betroffen. Nein, erschüttert regelrecht! Und außerdem: Wusstet ihr, dass Epstein Jude war? Oder sollte ich besser sagen: War er Jude, oder ist er es? Denn da gibt es ja auch noch diese Fotos, in denen er in Israel gesichtet wurde, mit Bart und langen Haaren, vor ganz Kurzem erst erstanden diese Fotos. Oh, sie wurden mit KI erstellt? Egal, jetzt habe ich sie schon geteilt.
Ich wollte nicht über die Epstein-Files schreiben und werde deshalb auch nicht über die Epstein-Files schreiben. Und stattdessen darüber schreiben, wie wir darüber schreiben.
Ich wollte nicht über die Epstein-Files schreiben, weil niemand noch mehr unqualifizierten und fahrlässigen Unsinn über einen derartig schwerwiegenden Fall derartig schwerwiegender Gewalt braucht, nicht noch mehr Desinformation, nicht noch mehr Verschwörungserzählungen, nicht noch mehr selbstzentrierte Statements darüber, wie betroffen einen all das macht. Nicht noch mehr „Guess who’s not in the files“ Captions unter irgendwelchen Videos von berühmten Männern, als hätten sie einen Orden dafür verdient, nicht massenhaft Frauen und Kinder vergewaltigt zu haben. Nicht noch mehr gewaltverharmlosende, misogyne Sprache wie „Sexring“ während es sich um Zwangsprostitution,........
