Ilse Aigner als Bundespräsidentin? Starke Namen fürs höchste Amt
Wie CSU-Chef Markus Söder Akzente in der Bundespolitik setzt, ist bemerkenswert. Sein letztes Kabinettstückchen liegt zwei Wochen zurück, als er bei den Verhandlungen der Koalition über Entlastungen gleich sein Lieblingsthema durchsetzte – den Abschied vom Verbrennermotoren-Aus.
Am Freitag nun wieder ein Paukenschlag, der Kanzler Friedrich Merz überrascht haben dürfte. Söder kündigte an, seine Parteifreundin Ilse Aigner – Landtagspräsidentin in Bayern – bei einer Kandidatur als Bundespräsidentin unterstützen zu wollen. Warum Söder – anders als Merz – bis dato nie Sympathie für eine Bewerbung Aigners gezeigt hatte, gehört zu den Rätseln der bayerischen Landespolitik.
Die Einigung müsste möglich sein – ohne Streit
Vermutet wird, dass sich Söder mit einer Bayerin in Schloss Bellevue die Chance auf eine Kanzlerschaft verbauen würde. Bayern an beiden Staatsspitzen gilt als nicht durchsetzbar. Möglich, dass Söder seinen Kanzlertraum beendet hat. Wichtiger ist anderes: Mit Ilse Aigner, aber auch mit Familienministerin Karin Prien (CDU), werden in Union und SPD würdige Namen für das höchste Amt gehandelt.
Dass die Bundesversammlung eine Frau wählen sollte, ist nach zwölf Männern im Amt Konsens. Prien ist die Politischere, die anecken kann, die mit ihrer jüdischen Herkunft und ihrem Plädoyer gegen Antisemitismus eine zeithistorische und mahnende Rolle ausfüllen könnte. Aigner ist die Bodenständige, der selbst von der SPD eine „sympathische Authentizität“ beschieden wird. Sie könnte Bürgernähe ins Amt bringen. Union und SPD haben ein gutes Bewerberinnenfeld. Die Einigung auf einen Namen müsste möglich sein. Ohne Streit.
