Politik Backstage: Pausen, Panik & Possen
Politik Backstage - der Podcast
Bableristen lassen SPÖ-Chef fallen
VP-Panik wegen FP-Vormarschs
Haubner als schwarzer Top-Strippenzieher
Veit Denglers geplatzte Minister-Träume
Es war Tag drei der vorsommerlichen Marathonsitzungswoche im Parlament. Als Finanzminister gehört es zum Job, nicht nur den ganzen ersten Tag der Generaldebatte über das Budget auf der Regierungsbank weitgehend stumm abzusitzen. Auch wenn in den beiden Tagen danach die einzelnen Ressortbudgets diskutiert werden, sollte der Ressortchef zumindest stundenweise dem Hohen Haus seine Reverenz erweisen.
Es ist kurz vor zwei Uhr Nachmittag, als sich Markus Marterbauer eine kurze Pause gönnt. Der Finanzminister lehnt in einem leeren Nebenraum der Parlamentscafeteria an einer Fensterbank mit etwas Grünblick und verdrückt einen Schinken-Käse-Toast.
Zurück auf der Regierungsbank hat der frühere Hochschullehrer für Ökonomie sichtlich Mühe, weiter unverdrossen gute Miene zum oft alles andere als akademischen Niveau der Budgetdebatte zu machen. Als ihn ÖVP-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl gegen drei Uhr Nachmittag auf der Regierungsbank ablöst, erhellt sich seine Miene etwas.
Vier Tage danach machte Markus Marterbauer öffentlich, was ihn während der finalen Debatte um den Staatshaushalt wohl am meisten beschwerte. Der 61-Jährige gab bekannt, dass er sich ab sofort einer Krebstherapie wegen eines Lymphoms unterziehen muss. Seinem Amt als Finanzminister werde er während der mit drei Monaten veranschlagten Behandlung im AKH aber weiterhin nachkommen.
Im Regierungsviertel löste das reihum Betroffenheit und eine breite Welle von Genesungswünschen aus allen Lagern aus.
In der SPÖ war die Nachricht für viele ein Schock. Marterbauer ist mit Abstand nicht nur beliebtester Minister. In den letzten Monaten wurde er immer mehr zur einzigen Hoffnungsfigur. Denn bald zwei Jahre nach der letzten Wahl verfällt die SPÖ immer weiter in den Umfragen. Nach den historisch schlechtesten 21 Prozent im September 2024 liegen die Sozialdemokraten in Umfragen derzeit zwischen erbärmlichen 16 und 18 Prozent.
Politik Backstage - der Podcast
Hier geht es zur neuen Podcastfolge von Politik Backstage - erzählt von der KI-generierten Stimme von trend-Kolumnist Josef Votzi.
Bableristen lassen SPÖ-Chef fallen
Allein der „beste Erklärbär der Regierung“, ließ so ein SPÖ-Insider jüngst am Rande der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause wissen, habe das Zeug, die SPÖ als Spitzenkandidat in die nächste Wahl zu führen.
Der hochrangige SPÖ-Funktionär machte bei Weitem nicht als einziger zudem ein spannendes Phänomen aus: „Immer mehr, die mit dem Babler nach oben gekommen sind, stellen besorgt fest, dass er nicht mehr das Pferd ist, das sie nach der nächsten Wahl wieder dorthin ziehen wird, wo sie jetzt sind.“
Sprich: Im SPÖ-Klub und in den SPÖ-Kabinetten sei eine zunehmende Absetzbewegung vom weiter glücklosen Parteichef auszumachen.
„SPÖ-Spitzenkandidat Markus Marterbauer ist das neue Projekt der Parteilinken“, resümierte noch vor Bekanntwerden der Krebserkrankung ein SPÖ-Spitzenfunktionär. Auch wenn Marterbauer selbst intern immer eisern........
