ARD und ZDF: Wenn Berichterstattung Meinungsmache wird
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ARD und ZDF: Wenn Berichterstattung Meinungsmache wird
28. September 2026 | Rainer Zitelmann
Journalisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind laut Befragungen überwiegend links eingestellt. Jetzt analysiert ein Buch, wie sich dies im Programm niederschlägt. Eine Rezension.
VON RAINER ZITELMANN
Eine Befragung der TU Dortmund bei mehr als 500 Journalisten hat vor zwei Jahren ergeben, dass 41 Prozent mit den Grünen sympathisieren, 16 Prozent mit der SPD und sechs Prozent mit Die Linke. Die CDU kam auf acht Prozent, die FDP auf drei Prozent, die AfD tauchte gar nicht auf. Bei einer Befragung von Volontären der ARD im Jahr 2020 kamen Union, FDP und AfD zusammen nicht einmal auf fünf Prozent, dagegen bekundeten 57 Prozent Sympathien mit den Grünen, 23,4 Prozent mit der Linken und 11,7 Prozent mit der SPD.
55 Prozent finden ARD/ZDF nicht ausgewogen
Eine andere Umfrage ergab, dass 55 Prozent der Zuschauer die Berichterstattung von ARD und ZDF nicht ausgewogen finden. Bei Anhängern der Grünen und der SPD überwiegt die Ansicht, dass ihre Sichtweise in den Medien oft vertreten wird, bei AfD-Anhängern sagt das kaum jemand.
Diese Zahlen finden sich in dem soeben erschienenen Buch des Journalisten Michael Clasen („Die Medienkrieger. Wie uns die Vierte Gewalt manipuliert.“) Das Erschreckende: Diese Entwicklung ist nicht neu. Viele Fakten und Argumente in Clasens Buch erinnern mich an ein Buch, das ich 1994 (!) als Cheflektor des Ullstein-Verlages verlegte, und zwar „Die Vierte Gewalt“ von dem inzwischen verstorbenen Journalisten Reginald Rudorf.
Manipulation durch Weglassen
Anhand zahlreicher Fakten zeigt Clasen, wie insbesondere ARD und ZDF manipulieren. Die Auswahl der Talkshow-Gäste spricht Bände: Geht es um Wirtschaft, sehen wir selten Professor Hans-Werner Sinn oder Professor Stefan Kooths, dafür sind........
