Ein Brand, ein Bekennerbrief – und lähmender Stillstand
05. Januar 2026 | Oliver Stock
Der linksextremistische Anschlag auf kritische Infrastruktur in Berlin bremst öffentliche Infrastruktur wie privates Leben auf Null. Der Fall ist damit ein Warnsignal für das ganze Land
VON OLIVER STOCK
Es ist kurz nach sechs Uhr am frühen Samstagmorgen in Berlins gediegenem Südwesten, der Kalender zeigt den 3. Januar 2026. Winter. Es ist kalt. Und dann passiert das, was man in einer Hauptstadt für eigentlich unmöglich hält: Das Licht geht aus – großflächig. Heizungen streiken, Spülungen funktionieren nicht mehr. In Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sitzen Zehntausende plötzlich im Dunkeln, im Kalten. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin spricht von rund 45.400 Haushalten und etwa 2200 Betrieben, die zeitweise ohne Versorgung sind. Plötzlich wird klar, wie verletzlich selbst eine hochentwickelte Metropole ist.
Die Ursache ist so banal wie beunruhigend: Ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal beschädigt mehrere Leitungen, die das Kraftwerk Lichterfelde mit dem Netz verbinden. Das Feuer wird zwar gelöscht, doch der Schaden wirkt nach. Stromnetz Berlin erklärt, dass die Versorgung nur schrittweise wiederhergestellt werden könne und Reparaturen mehrere Tage dauern könnten, weil Ersatzleitungen gebaut werden müssen. Die Polizei ermittelt aufgrund eines als authentisch bewerteten Bekennerschreibens gegen eine linksextremistische Organisation, die Vulkangruppe, 2011 im Anarcho-Milieu gegründet. „Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert“, heißt es in dem wirren........
