Der Zwei- bis Dreifrontenkrieg des Donald Trump
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Der Zwei- bis Dreifrontenkrieg des Donald Trump
18. September 2026 | Maurice Dorffer
Die USA geraten im Iran-Krieg zunehmend unter Druck. Während sich die Fronten von Hormus bis zum Bab al-Mandab ausweiten, wird die eigentliche Gefahr für den US-Präsidenten zu Hause sichtbar: an der Zapfsäule und an der Wahlurne.
„Macht mir den rechten Flügel stark!“ Der Satz, der Alfred Graf von Schlieffen zugeschrieben wird, steht sinnbildlich für das Dilemma, das Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg umtrieb: Wie lässt sich ein Krieg gewinnen, wenn der Gegner von zwei Seiten kommt?
Der deutsche Generalstab suchte darauf eine Antwort. Er entwarf einen Plan, der Frankreich schnell ausschalten und anschließend die Kräfte gegen Russland richten sollte. Der nach Schlieffen benannte Plan scheiterte jedoch. Aus dem erhofften kurzen Krieg wurde ein jahrelanger Abnutzungskampf. Auch im Zweiten Weltkrieg machte die deutsche Führung bittere Erfahrungen mit dem Versuch, einen Krieg an mehreren Fronten zu führen. Kaum ein Begriff steht deshalb so sehr für die strategische Überforderung deutscher Militärplanung wie der „Zweifrontenkrieg“.
Donald Trump dürfte dieses Wort derzeit ebenfalls nicht sonderlich mögen. Denn aus dem Krieg gegen den Iran wird für Washington zunehmend ein Konflikt an zwei Schauplätzen. Der erste ist seit Februar 2026 bekannt: die Straße von Hormus. Der zweite liegt im Jemen. Auch dort gibt es seit Längerem Kämpfe. Doch bislang war dies für Washington kaum mehr als ein Nebenkriegsschauplatz. Das könnte sich nun drastisch ändern. Aus dem Jemen könnte eine zweite Front des Krieges werden. Und möglicherweise kommt noch eine dritte hinzu – nicht militärisch, sondern dort, wo amerikanische Präsidenten Kriege besonders ungern führen: an der Zapfsäule. Dazu später mehr.
Die Straße von Hormus ist längst nicht mehr nur Schauplatz der direkten Auseinandersetzung zwischen amerikanischen und iranischen Streitkräften. Sie ist inzwischen auch ein wichtiger wirtschaftlicher Schauplatz des Krieges. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist nahezu zum Erliegen gekommen: Am 10. September wurden lediglich sieben Durchfahrten registriert, gegenüber durchschnittlich rund 125 Schiffen pro Tag vor dem Krieg.
Da sich der Iran militärisch nicht bezwingen lässt, zumindest nicht durch Luftangriffe, versucht Washington, Teheran durch die Blockade iranischer Ölexporte wirtschaftlich zu schwächen. Die Strategie zeigt Wirkung: Der Iran ist wirtschaftlich angeschlagen und gerät zunehmend unter Druck. Teheran kann diesem Druck militärisch kaum direkt etwas entgegensetzen. Deswegen setzt der Iran auf asymmetrische Kriegsführung: Er versucht nicht, die USA auf dem Schlachtfeld zu besiegen, sondern die Kosten der amerikanischen Strategie in die Höhe zu treiben. Die Kontrollzone rund um Hormus wurde ausgeweitet, und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf kündigte eine härtere Reaktion auf weitere amerikanische Angriffe an.
Der Iran muss die amerikanische Marine nicht schlagen oder die Blockade gewaltsam durchbrechen, um den Preis des Krieges für Washington zu erhöhen. Es genügt, neue Gefahrenherde zu schaffen und die Vereinigten Staaten zu zwingen, immer mehr Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Schiffe müssen geschützt, Stützpunkte verteidigt und Verbündete abgesichert werden. Die amerikanische militärische Überlegenheit verliert dadurch an Wirkung, wenn sich........
