Weniger Angst, mehr Geschäft: Deutschland braucht neuen Mut zu China
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Weniger Angst, mehr Geschäft: Deutschland braucht neuen Mut zu China
06. Oktober 2026 | Dieter Brockmeyer
Bürokratie daheim, Aufbruch in Fernost: Warum ein deutscher Mittelständler seine Zukunft in China sucht – trotz erheblicher Risiken.
VON DIETER BROCKMEYER
Es ging um Industrieautomatisierung und sino-deutscher Kooperation in einem immer noch sehr dynamischen Wirtschaftssystem – mit großen Möglichkeiten, aber auch enormen Risiken. Eine Delegationsreise führte einen bunten Mix aus Unternehmern und Landesexperten, auch solche, die es erst werden sollten, nach China. Einige kamen mit konkreten Investitionsplänen, andere wollen erst einmal den Markt sondieren.
Ein mittelständiger Farbenhersteller etwa will seine Produkte nicht nur in China verkaufen. Er beabsichtigt fest vor Ort auch zu produzieren. Seine Begründung ist für Deutschland ernüchternd. Durch Bürokratie und hohe Energiekosten werde es in Deutschland immer enger. Ihm soll der Schritt nach China das wirtschaftliche Überleben sichern. Er berichtet von ernsthaftem Interesse auf der chinesischen Seite.
Die chinesische Wirtschaft gibt sich kooperationsbereit bei dieser von der China International Investment Promotion Agency (Germany), kurz CIIPA, organisierten Reise. Die Regionen haben die Arme weit offen. Das hängt auch damit zusammen, wie der Staat die Wirtschaft lenkt. Wettbewerb ist nicht nur unter Wirtschaftsunternehmen gefragt. Auch die Regionen müssen sich ihm stellen. Überall werden Sonderwirtschaftszonen ausgewiesen, Industrieparks entwickelt und an den Markt gebracht. Die Konditionen, gerade für ausländische Investoren, sind auf den ersten Blick traumhaft. Mieten für Produktionsflächen liegen vielerorts gerade einmal bei 2 Euro pro Quadratmeter und bei 4 Euro für Büros. Im ersten Jahr zahlt man keine Miete, 50 und 70 Prozent im zweiten und dritten Jahr.........
