Philipp Amthor und die Barockmusik: Wie sich Journalisten kritisches Denken abnehmen lassen
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Philipp Amthor und die Barockmusik: Wie sich Journalisten kritisches Denken abnehmen lassen
05. Oktober 2026 | Ansgar Graw
Ein Strandkorb wird zum Luxusskandal, Pflichtgefühl als Arroganz verspottet. Die Empörung verrät mehr über die Betrachter als über den Politiker.
Selten war die Aufregung über den Aufritt eines Politikers in einer Fernsehdokumentation größer – und vielleicht nie so fadenscheinig: Es geht um Philipp Amthor, der als Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit in einer Folge der ZDF-Reihe „Inside CDU“ dem Kamerateam Eintritt zu seinem neuen Arbeitsplatz im Bundeskanzleramt gewährt. Und sich dabei ausgesprochen demütig äußert. Trotzdem wurde der Auftritt im Netz und in Medien zum Ausweis von abgehobener Arroganz umgezeichnet. Und ein Strandkorb, den sich der Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern vor den Augen der Kamera auf dem Balkon seines Büros rücken ließ, plötzlich zum Inbegriff für sündigen Luxus.
Sezieren wir die Szenen aus der Folge 4 der mit „Rumms“ überschriebenen „Inside CDU“-Reihe. „Natürlich ist das jetzt auch ein Karrieresprung“, sagt Amthor beim Betreten des Kanzleramtes. „Hier in der Regierungszentrale, da merkt schon auch jeder, da muss jeder Federstrich sitzen, da streckt jeder sich noch ein bisschen mehr. Man........
