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Eigener Kampfjet statt mehr F-35: Deutsche Industrie in den Startlöchern

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22.09.2026

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Eigener Kampfjet statt mehr F-35: Deutsche Industrie in den Startlöchern

22. September 2026 | Ansgar Graw | Reinhard Schlieker

Macht sich Europa mit dem Tarnkappenjet zu abhängig? Luftfahrtbranche und Experten raten zu Eigenentwicklungen statt weiteren Einkäufen in den USA.

VON REINHARD SCHLIEKER UND ANSGAR GRAW

In Texas übernahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius unter großen Showeinlagen gerade den ersten Tarnkappenjet für die Luftwaffe (siehe Defence Newsletter Nr. 1/2026). In Berlin warnt unterdessen die Luftfahrtbranche vor Nachbestellungen. Acht deutsche Rüstungsunternehmen (“Team Gen-6”) wollen stattdessen den Kampfjet der nächsten Generation selbst entwickeln und produzieren. Doch die Branche ist gespalten, die Luftwaffe selbst will mehr F-35, und Kritiker fragen, ob ein neues milliardenteures Flugzeug mit Cockpit überhaupt noch zeitgemäß ist.

Schließlich spricht man von Jahrzehnten, in denen nun die F-35 (5. Generation) und anschließend der Nachfolger in Gebrauch sein wird. Wie schnell die Welt sich ändert, und die Aufgaben des Militärs, beobachten Experten staunend im Krieg Russlands gegen die Ukraine. Die Entwicklung schreitet teils in nur Monaten voran und involviert vor allem unbemannte Systeme wie Drohnen und Drohnenabwehr. Wer soll da das Kampfflugzeug des Jahres 2070 guten Gewissens definieren können?

Diese Gemengelage erlaubt die These: Ein befristet zukunftssicherer Kampfjet muss die Fähigkeit besitzen, Atomwaffen ins Ziel zu tragen. Gleichzeitig muss er in unbemannte Systeme integrierbar sein und in dieser Hinsicht über schnell realisierbare Anpassungsmöglichkeiten verfügen, in Hinblick auf Software, Cybersicherheit und permanenter Weiterentwicklung. Bei der F-35 sind nach Ansicht von Experten nicht alle dieser Anforderungen erfüllt.

Zehn Prozent weniger Leistung?

Eine der wichtigsten: Die vollständige Kontrolle über das Flugzeug durch das Land, welches es nutzt. Donald Trump persönlich säte Zweifel, dass die USA dies erlauben würden. „Bestimmten Verbündeten werden wir vielleicht abgespeckte Versionen verkaufen. Wir reduzieren ihre Leistungsfähigkeit um etwa zehn Prozent. Das ergibt wohl Sinn, denn vielleicht sind sie eines Tages nicht mehr unsere Verbündeten“, so der US-Präsident im März 2025. Zwar bezog er diesen Hinweis auf das noch zu entwickelnde Luftüberlegenheits-Jagdflugzeug der 6. Generation, die von Boeing konzipierte F-47 (deren Kennnummer den 47. US-Präsidenten ehren soll). Aber der Verdacht liegt nahe, dass diese „toned-down“-Politik auch für andere amerikanische Waffensysteme gilt – zumal dies den Richtlinien des US-Rüstungsexports entsprechen würde. Sensoren, elektronische Kampfführung, Verschlüsselung, Bewaffnung oder Softwarestände können........

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