Chronik der Woche: Von Staatsanwälten, Volkspädagogen und Wölfen
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Chronik der Woche: Von Staatsanwälten, Volkspädagogen und Wölfen
13. März 2026 | Ansgar Graw
Und: Wer ist die wichtigste Frau in der Weltgeschichte? Meine Antwort ist sehr eindeutig. Aus unserem Newsletter
Wäre ich ein objektiver Chronist, würde in dieser Kolumne stets das auftauchen, was in den meisten Medien zum Aufmacher wurde. Wenig davon werden Sie hier finden. Eine Kurzmeldung im Vermischten oder ein privates Gespräch oder das verlagsfrische Rezensionsexemplar auf meinem Schreibtisch dürfen mich gern von den harten News ablenken. Weltbewegend kann auch bedeuten: meine Welt bewegend – und ist hoffentlich trotzdem interessant für Sie: Donnerstag, 5. März Die Meinungen gehen da auseinander, aber ich halte mich für einen Romantiker. Drum freut es mich, dass in Deutschland der Wolf wieder heimisch ist. Und mich freut auch, dass heute der Bundestag die Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz beschlossen hat. Damit ist es künftig in Regionen mit großer Population grundsätzlich möglich, den Canis Lupus zu schießen. Für den Menschen ist das größte Raubtier aus der Familie Hund zwar weniger gefährlich als ein durchschnittlicher Rottweiler. Aber Geflügel, Schafe oder Ziegen sind zweifellos gefährdet durch den Wolf. Mithin gehört zum Bejahen der Rückkehr des Wolfes in unsere Breiten auch die Akzeptanz seiner Rückkehr in das Jagdgesetz. Romantisch sein heißt nun einmal nicht naiv sein. Freitag, 6. März Donald Trump sagt, er wolle sich „mit Kuba befassen“, sobald der Krieg mit dem Iran beendet sei. Seit Dezember erhält die kommunistisch regierte Karibik-Insel kein Öl mehr aus Venezuela, da Trump eine vollständige Blockade für Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat anordnete. Ich habe keine Sympathie für das Post-Castro-Regime auf Kuba, und dort vor knapp 20 Jahren in einer etwas haarigen Recherche über ein Dutzend führender und unbekannter Dissidenten besucht. Aber Trumps neue Mode, wie auf einem geopolitischen Grabbeltisch nach allem zu greifen, was ihm kommod erscheint, mal Venezuela, dann Iran, demnächst also Kuba und vielleicht auch noch Grönland, planiert alles, was binnen eines Jahrhunderts an völkerrechtlichen Normen und, vielleicht noch wichtiger, globalem Vertrauen in die derzeit einzige........
