Chronik der Woche: Der Wahlsieg, der fiktive Nachbar und der Sprachwandel
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Chronik der Woche: Der Wahlsieg, der fiktive Nachbar und der Sprachwandel
17. April 2026 | Ansgar Graw
Die Telefonnummer eines großen deutschen Schauspielers, die Erleichterung über Petér Magyar und die ganz schlanken, ein bisserl doofen Kinder. Aus unserem Newsletter
Eine Chronologie ist der Versuch, dem flüchtigen Heute ein bindendes Gestern zu verschaffen. Das Vergangene wird durchs Niederschreiben nicht wahr, aber es lässt sich nicht mehr unbemerkt umerzählen. Darum setze ich meine täglichen Beobachtungen aus zutiefst subjektiver Warte gern fort.
Donnerstag, 9. April Mario Adorf ist tot. Im Handy habe ich noch seine mobile Telefonnummer, die ich nur einmal nutzte: Wohl im Jahr 2000 lernte ich ihn in Berlin bei einer Veranstaltung kennen, machte ein spontanes Interview zum Thema „Glück“, er argumentierte sehr lebenserfahren und sehr klug, schon „Zufriedenheit“ sei ein erstrebenswertes Ziel, ich schrieb das anhand meiner Notizen (Handys boten noch nicht die Möglichkeit der Aufzeichnung) am nächsten Morgen auf und schickte es ihm (wahrscheinlich per Fax). Mario Adorf rief an und entschuldigte sich: das, was er gesagt habe, sei ihm im Nachhinein noch zu ungeordnet, er wolle das lieber doch nicht veröffentlicht sehen. Ich entschuldigte mich meinerseits, dass ich ihn mit der Interviewbitte so überfallen hatte. Aber es war eine nette Begegnung, sagte der Schauspieler, der so großartig wie bescheiden war. R.I.P.
Freitag, 10. April In NRW werden bereits 33 Prozent der Kinder eines........
