Chronik der Woche: Alte Reiseführer, Amsterdam und die "kritische Männlichkeit"
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Chronik der Woche: Alte Reiseführer, Amsterdam und die "kritische Männlichkeit"
24. April 2026 | Ansgar Graw
Die "Entlastungsprämie" zeigt: Politik machen und politisch denken, ist nicht immer identisch. Dann ist da die Sache mit den Werbeverboten. Und ein alter Reiseführer, der lügt. Aus unserem Newsletter
Auch diese Woche habe ich wieder sehr subjektiv vermessen. Tagebücher halten ja nicht das fest, was am wichtigsten ist, sondern was dem Autor erinnerungswürdig erscheint. Ich freue mich, wenn Ihnen die eine oder andere Beobachtung gefällt - oder zumindest so sehr missfällt, dass es zum Nachdenken provoziert.
Donnerstag, 16. April Die Debatte um die „Entlastungsprämie“ von 1000 Euro, die nach Meinung der Bundesregierung Deutschlands Arbeitgeber gern ihren Mitarbeiter auszahlen sollen, geht weiter. Mein Fazit: Der Unterschied zwischen solchen, die Politik machen, und anderen, die politisch denken können, ist mitunter ähnlich frappant wie der zwischen denen, die Witze machen, und jenen, die witzig sind.
Freitag, 17. April Abends blättere ich in einem kleinen Reiseführer über „Tegernsee, Schliersee, Tölz, Wiessee, Bayrischzell“, den ich in einem Berliner Antiquariat erstand. Auf S. 13 lese ich: „Die Einreise nach Österreich ist Reichsdeutschen z.Zt. (Frühjahr 1934) nur gegen Zahlung von 1000 M gestattet..." Das ist spannend. Und gelogen - in Wirklichkeit musste diese beträchtliche Summe, nach heutiger Kaufkraft 5500........
