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In Bedeutungslosigkeit versinken

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03.03.2026

D ie Berlinale war immer politisch. 2004 zum Beispiel, als bei der 54. Berlinale der Goldene Bär, Hauptpreis des Festivals, das letzte Mal nach Deutschland ging, gab es sogar einen ganzen politischen Themenschwerpunkt. Ein „programmatisches Augenmerk“, nannte der damalige Festivaldirektor Dieter Kosslick das: Zehn Jahre Ende der Apartheid in Südafrika sollten mit passenden Filmen gewürdigt werden.

1970 schaffte es ein einziger Film sogar, das gesamte Festival frühzeitig zu beenden, sodass kein einziger Preis verliehen wurde. Der Film kam aus Deutschland und hieß „o.k.“. Regisseur Michael Verhoeven nahm sich darin eines höchst politischen Themas an, weswegen sich besonders ein Jurymitglied weigerte, weiter mitzumachen.

In „o.k“ geht es um ein reales Kriegsverbrechen, den sogenannten Zwischenfall von Hügel 192: die Gruppenvergewaltigung und Ermordung der Vietnamesin Phan Thị Mào durch US-Soldaten im Jahr 1966. Ein grausames Ereignis, das Verhoeven, um es........

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