Muslime, Monster, Mannschaften und neuer Mann
t az: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?
Friedrich: Küppersbusch: Kanzlerdämmerungsschlagzeilen.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Wird auch langweilig.
taz: Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin stellen sich viele die Frage: wie weitermachen?
Küppersbusch: So nicht. Der seiner Meinung nach größte – und jedenfalls: wirkmächtigste – Gegner des Islamismus in Deutschland ist immer noch: der Vollpsycho, der Dezember 24 in den Magdeburger Weihnachtsmarkt raste. Auch der Messermörder von Aschaffenburg sitzt mit paranoider Schizophrenie in Sicherungsverwahrung. Und noch bevor beim Berliner Täter Person und Hintergründe aufgehellt sind, müssen sich „Linke“ und LGBTQI-Menschen für ihre Muslimverharmlosung rechtfertigen. Tenor: Der Moslem hasst den Queeren, der Queere unterschätzt den Islamisten, der Islamist ist rechtsradikal und Linke also rechts und Hufeisen an den Kopf und Deckel drauf, fertig. Tatsächlich haben diese und alle Attentäter gehörig einen an der Psyche, und wenn man ganz sichergehen will, dass sich daran nichts ändert, muss man so weitermachen. Die Kernbotschaft des CSD – Toleranz, keine Selbstunterdrückung, „sei Du!“ –, bearbeitet das Problem besser als die aktuelle Debatte um........
