menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ikkimel und was der Journalismus sich so einbildet

27 0
11.07.2026

D ie Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens haben Sommerpause, und so musste diese Woche das „Morgenmagazin“ für die Medien­berichterstattung herhalten und lieferte auch: den Auftritt der Sängerin Ikkimel.

Dieser wurde vom traditionell auf schmalen Bänken sitzenden Publikum so aufgenommen wie jeder andere Auftritt von Mu­si­ke­r*in­nen dort auch: etwas bedröppelt, nicht wissend, wohin mit den Händen, angestrengt in die Kamera guckend, irritiert; nicht jeder applaudiert. Ikkimels Performance jedoch wurde medial zu einem Ereignis hochgeschrieben, dass dem Script der Sängerin folgte: Das Boomerpublikum sei mit dem Auftritt „sichtlich überfordert“ (Spiegel), „völlig überfordert“ (SWR 3), „ratlos“ (SZ), „unbewegt“ (radioeins) und in „Schockstarre“ (taz) gewesen.

Woher wussten die Beschreibenden das? Haben sie das Publikum gefragt? Haben sie sich selbst gefragt, warum das ZDF die gefilmten Zuschauer........

© taz.de