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„Es ist die Sache des Unwissenden, andere anzuklagen“

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01.05.2026

t az: Herr Epiktet, Bundeskanzler Friedrich Merz zitierte Sie neulich in einem Interview mit dem Spiegel „Nicht die Taten bewegen Menschen, sondern die Worte über die Taten.“ Kam das für Sie überraschend?

Epiktet: In der Tat. Mein Verhältnis zum Spiegel war jahrzehntelang durch mein Motto „Leide und meide!“ geprägt. Das Magazin hatte mich vor 40 Jahren um meine Urheberschaft gebracht. Damals zitierte dort der Heiner Geißler von der CDU meinen Satz, nannte als Autor aber meinen Kollegen Aristoteles. Generationen deutscher Politiker haben fortan den Satz zitiert und entweder Aristoteles oder Heiner Geißler als Urheber genannt.

taz: Meinen Sie, Bundeskanzler Friedrich Merz wollte das wiedergutmachen?

Epiktet: Es steht mir nicht zu, die Beweggründe des Kanzlers zu beurteilen. Aber wie ich damals schon sagte: „Ruin und Wiederaufbau liegen nah beieinander.“

taz: Ihr Satz........

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