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Massaker im Iran – und die Schweiz setzt weiterhin auf Dialog

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18.01.2026

Das Regime im Iran begeht ein Massaker an der eigenen Bevölkerung. Es ist höchste Zeit, dass die Schweiz ihre diplomatischen Bemühungen aufgibt – und sich hinter die Protestierenden stellt.

Es ist eine ikonische Videoszene, die den Weg in ausländische Medien geschafft hat. Eine ältere Dame in Teheran ruft: «Meine Angst ist mir egal, ich bin seit 47 Jahren tot.» Sie streckt ihre Faust in den Himmel, das Kopftuch abgelegt. Blut läuft ihr über das Gesicht – offenbar wurde sie geschlagen oder verletzt, möglicherweise von einem Schlagstock oder einer Kugel.

Sie ist eine von Hunderttausenden, die in den letzten Tagen im Iran auf die Strassen geströmt sind, um gegen das Mullah-Regime zu protestieren. In allen 31 Provinzen sowie in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten versammelten sie sich und skandierten die Parole «Tod dem Diktator».

Iranerinnen und Iraner im Ausland sowie ihre Angehörigen, Freundinnen und Freunde bangen und fiebern mit; sie versuchen, ihre Stimmen in die Welt zu tragen. Grosse Kundgebungen in europäischen Städten – auch in Zürich – wollen den Menschen im Iran zeigen: «Ihr seid nicht allein.»

Doch die Kommunikation ist schwierig, weil das Regime wegen der Proteste das Internet und das Telefon gesperrt hat. Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi warnte eindringlich: «Zuerst stellt das Regime das Internet ab, dann begeht es ein Massaker.»

Tatsächlich gehen verschiedene Quelle von Tausenden von Ermordeten aus. Die genaue Zahl ist kaum zu eruieren, weil........

© Tages Anzeiger Meinungen