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Wie konservativ ist der Papst?

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22.04.2026

Zu den Beschimpfungen, die US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. zum Besten gab, gehörte der Vorwurf, Leo sei „eine sehr liberale Person“. So bezeichnet Trump Leute, die politisch links von ihm stehen und in Bezug auf Migranten und andere Minderheiten mehr für Toleranz sind und weniger für Ausgrenzung. Ob der so gescholtene Papst aber im innerkirchlichen Richtungsstreit als ein Liberaler oder doch eher als ein Konservativer gelten muss, ist eine Frage, die im ersten Jahr des Pontifikats von Katholiken noch immer gestellt wird.

Schon als er nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 mit der purpurroten Mozzetta in die Öffentlichkeit trat, gewann Leo XIV. die Herzen vieler Traditionalisten. Während Franziskus gleich zu Beginn seines Pontifikats durch Gesten und Kleidung klarmachte, dass er sich über manche traditionellen Vorgaben für das Papstamt hinwegsetzen wollte, sandte der US-Amerikaner eine andere Botschaft: Tradition ist wichtig, auch und gerade in Stilfragen.

Bei der ersten Begegnung mit führenden Mitarbeitern der Kurie legte er noch eins drauf und sagte Sätze, die konservative Herzen höherschlagen ließen: „Die Päpste kommen und gehen, die Kurie bleibt. Das gilt für jede Teilkirche, für die Bischofskurie. Und das gilt auch für die Kurie des Bischofs von Rom.“

Der Papst ergänzte: „Die Kurie ist die Institution, die das historische Gedächtnis einer Kirche, des Dienstes ihrer Bischöfe,........

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