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Woher nehmen Sie das Schwarzwälder Lebensgefühl, Frau Häffner?

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13.04.2026

Frau Häffner, unsere Leser kennen sich im Schwarzwald eigentlich bestens aus - wo zum Kuckuck liegt aber Wittenmoos, der Handlungsort Ihres Romans „Die Riesinnen“?

HANNAH HÄFFNER: Der Ort ist natürlich fiktiv. Und ich habe ihn im Buch absichtlich nicht so genau verortet, damit noch Raum für Imagination ist. Das macht es auch beim Schreiben einfacher, weil man sich nicht exakt daran halten muss, wie es vor Ort wirklich ist. Ich möchte mir ja schon auch ein bisschen erzählerische Freiheit bewahren. Der Ort soll sinnbildlich für diese Enge des Dorfes stehen, der man vielleicht entfliehen möchte, aber auch für den Sog, der einen vielleicht dorthin zurückzieht. Natürlich habe ich mir schon so ein paar Dörfer auch ausgeguckt, ein bisschen was abgeschaut, ein bisschen was zusammengemischt. Es gibt auch ein Dorf, das ungefähr von der Lage her Wittenmoos sein könnte, damit ich im Kopf einen Referenzpunkt hatte.

In Ihrem Buch geht es um drei Frauen: Liese, Cora und Eva. Wie der Titel schon vermuten lässt, sind sie alle ungewöhnlich groß und fallen durch ihr Äußeres auf. Ist dieses „Anderssein“ für Sie ein zentrales Motiv?

HÄFFNER: Ja, das würde ich schon sagen. Das Anderssein in Bezug auf die Umgebung, zu der Enge, den Konventionen, an denen man sich entsprechend reibt, aber auch der jeweilige Umgang mit dem Anderssein. Wir haben mit Liese, Cora und Eva drei Frauen, die aus verschiedenen Generationen stammen, in verschiedenen Zeiten leben und entsprechend auch anders mit diesem Anderssein umgehen.

Wie unterscheiden sie und die unterschiedlichen Generationen sich? Wo gibt es Gemeinsamkeiten?

HÄFFNER: Liese lebt in einem sehr engen, restriktiven Umfeld, aus dem sie sich kaum auszubrechen traut. Anders, als das zum Beispiel bei Cora und später bei Eva der Fall ist. Ich habe beim Schreiben gemerkt, dass es für mich viel einfacher ist, Evas Probleme und Gedanken nachzuvollziehen. Sie und ich sind ja eine Generation. Eva hat ganz viele Freiheiten, sie kann überall hingehen. Das hatten Liese und Cora nicht. Das führt bei Eva wiederum fast schon zu einer Art Verlorenheit. Wenn ich alle Möglichkeiten habe, dann muss ich mich halt auch entscheiden. Liese hingegen ist quasi gefangen in dem Dorf und macht einfach, weil sie keine andere Wahl hat. Sie lehnt sich still gegen die Erwartungen der anderen auf. Bei Cora ist es hingegen fast schon Rebellion, würde ich sagen. Verbindend ist natürlich für alle drei, dass sie nicht so richtig rein in ihre Zeit passen. Sie fallen aus dem Rahmen.

Würden Sie sagen, das Buch ist angesichts der drei starken weiblichen Hauptfiguren ein feministisches Werk?

HÄFFNER: Ja, denn es geht auch darum, dass diese Frauen sich........

© Südkurier