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Undav wie einst Odonkor: Was Emotionen können (und was nicht)

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23.06.2026

Der Mensch liebt Erzählungen. Sie formen unser Verständnis der Welt, setzen Ereignisse miteinander in Verbindung, sorgen für Kontextualisierung. Sie lassen glauben, dass der Zufall eine Petitesse des Alltäglichen ist. Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist nichts anderes als eine große Erzählung. Die Vorrunde ist geprägt von Nebendarstellern, die wirklich wichtigen Charaktere entwickeln sich erst langsam und noch ist nicht abzusehen, welcher Handlungsstrang bis zum großen Finale verfolgt wird.

Eine Weltmeisterschaft lässt sich am besten als Rückblick erzählen. Dann lassen sich die Ereignisse einordnen und ein vernünftiger Spannungsbogen ersinnen. Aus deutscher Sicht beispielsweise ist der Ausgangspunkt des Sommermärchens 2006 wahlweise das Tor im Eröffnungsspiel von Philipp Lahm oder aber der Moment, als David Odonkor den Ball auf Olivier Neuville flankte und dieser ihn zum 1:0 gegen Polen ins Tor setzte. Am Wochenende hat Deniz Undav für die erste emotionale Eruption Fußball-Deutschlands gesorgt. Sein Tor in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste könnte der Mannschaft enormen Schub verleihen, mutmaßten etliche der Mitspieler.

Immer wieder im zweiten Spiel –........

© Südkurier