Mehr Fahrradunfälle, mehr verletzte Rentner – das zeigt die Unfallstatistik 2025 im Kreis Konstanz
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2025 zwar leicht zurückgegangen, aber nicht in allen Bereichen. Und nach 28 Opfern, die 2024 zu beklagen waren, haben im vergangenen Jahr im Gebiet zwischen Konstanz, Furtwangen und Sulz am Neckar erneut 24 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben gelassen. Das zeigt die Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Konstanz, das für die Landkreise Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis zuständig ist.
Unfallursachen seien hauptsächlich unangepasste Geschwindigkeit und die Missachtung der Vorfahrt, heißt es in dem Bericht zu den Zahlen. Auffällig an der Statistik auch: Bei Fahrradfahrern zeigt die Tendenz in eine bedenkliche Richtung, nämlich nach oben. Das Thema Verkehrssicherheit genieße weiter Priorität, sagt Polizeipräsident Jürgen von Massenbach-Bardt. „Unser Ziel ist es, durch verstärkte Kontrollen und konsequente Ahndung der Verstöße weiterhin einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsunfällen und deren Folgen zu leisten. Wir werden nicht nachlassen, alles zu tun, um unsere Straßen sicherer zu machen.“
Die meisten Todesopfer im Verkehr gab es 2025 mit neun im Landkreis Tuttlingen, gefolgt vom Landkreis Konstanz mit sieben (wie schon 2024) und dem Schwarzwald-Baar-Kreis mit sechs. In mehr als jedem dritten dieser tragischen Unfälle war der (Mit)-Verursacher zu schnell unterwegs (36 Prozent). Im Kreis Konstanz lag die Quote sogar noch deutlich höher: 57,1 Prozent aller tödlich verlaufenden Unfälle hatten hier mit nicht angepasstem Tempo zu tun, gefolgt von Abbiegefehlern, mangelnder Verkehrstüchtigkeit und sonstigen Ursachen (je 14,3 Prozent).
Weitere Ergebnisse für den Kreis Konstanz
Junge Erwachsene und Senioren: Das Unfallgeschehen bei den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) blieb mit 504 Unfällen unverändert, und auch die Unfallzahlen bei Senioren ab 65 Jahren zeigten nur einen leichten Anstieg. Die Gesamtzahl wuchs hier statistisch unerheblich von 784 auf 786. Die Zahl der verunglückten Älteren wuchs allerdings von 259 auf 268 – fünf starben im Straßenverkehr als aktiv Beteiligte. 2024 war es kein einziger aus dieser Altersgruppe gewesen.
Fahrräder oder Pedelecs: Hier gab es im Landkreis Konstanz ebenso wie im gesamten Präsidiumsbezirk einen deutlichen Anstieg. Das ist allerdings kein statistischer Zufall. Schließlich passieren in dem bevölkerungsreichsten und am dichtesten besiedelten sowie topografisch am besten zum Radfahren geeigneten der vier Landkreise ohnehin fast zwei Drittel aller Radunfälle dieser Region. Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle 2025 im Kreis Konstanz von 7500 auf 7143 sank, ging es bei Fahrrädern oder Pedelecs in die umgekehrte Richtung: von 585 auf 613. Auch die Zahlen der verletzten und getöteten Beteiligten stiegen – von 573 auf 600 und von eins auf drei. Präsidiumsweit starben sogar sechs Radler: Die Hälfte von ihnen hatte keinen Helm getragen und schwerste Kopfverletzungen davongetragen.
Roller, Mopeds, Motorräder: Bei den motorisierten Zweirädern gingen die Unfallzahlen von 219 (davon 109 Motorräder) auf 227 (107) leicht nach oben. 221 Menschen (davon 106 Motorradfahrer) verunglückten, zwei Biker starben bei der Motorradtour.
E-Scooter und ähnliche Fahrzeuge: Unfälle mit sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen sind 2025 im Landkreis Konstanz genau 68 passiert. Das sind zwar nur zwei mehr als 2024, interessant ist aber ein Vergleich der aktuellen Zahl mit dem Mittelwert der Jahre 2021 bis 2025. Der lag nämlich bei nur 44; das heißt, in den vergangenen Jahren ist dieser Bereich deutlich mehr in den Blickpunkt gerückt. 70 Menschen hatten 2025 bei der Fahrt mit solchen Fortbewegungsmitteln einen Unfall (2024: 61, Mittelwert 2021 bis 2025: 43). Sechs von ihnen wurden schwer verletzt.
Zahlen der Verkehrsüberwachung
Geschwindigkeitsüberschreitungen: 2025 erfasste die Polizei im gesamten Gebiet des Präsidiums 89.475 Tempo-Verstöße. 1412 Fahrer waren dabei mehr als 40 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs. Regelfahrverbote von unterschiedlicher Dauer wurden in 1425 Fällen verhängt.
Alkohol und Drogen: Auch hier weist der Bericht nur die Gesamtzahlen für alle vier Landkreise aus – und die gehen tendenziell nach oben. So wurden 2025 in den vier Landkreisen 1168 Menschen erwischt, wie sie angetrunken hinter dem Steuer saßen. In den vier Jahren zuvor waren es jeweils weniger, was auch auf zunehmende Kontrollen hindeutet. Das sind allerdings nur die Fälle, in denen die Trunkenheitsfahrten nicht zu schlimmeren Folgen führten. Dazu kam mit 312 Alkoholunfällen fast die identische Zahl wie 2024 (313), davon 118 mit Personenschaden (2024: 110). Auch Drogenkonsumenten am Steuer, die noch keinen Schaden angerichtet hatten, wurden mit 733 deutlich mehr erwischt. 46 Drogenunfälle, 16 von ihnen mit Verletzten, sind ebenfalls eine Steigerung gegenüber 2024.
Gurt und Handy: Hinter wie vielen Unfällen, bei denen laut Polizei nicht klar ist, warum der Fahrer auf die Gegenfahrbahn oder den Seitenstreifen geraten ist, steckt wohl die Benutzung des Smartphones während der Fahrt? Zahlen dazu liegen natürlich nicht vor – sonst wäre die Ursache ja nicht unklar –, aber die Vermutung lautet: eine Menge. So wurden 2025 im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz 5031 Autofahrer erwischt, die bei laufendem Motor nicht von ihrem Handy lassen konnten. 2634 hatten keinen Gurt angelegt. In 718 Fällen mangelte es an der Kindersicherung im Fahrzeug.
423 Verstöße durch Auto-Protzer
Posing und illegales Tuning spielen in der Region weiter eine größere Rolle, wie der Bericht des Polizeipräsidiums Konstanz zeigt. 2025 kontrollierten Polizeibeamte 1272 Fahrzeuge. Dabei wurden 423 Verstöße festgestellt und 67-mal die Weiterfahrt untersagt und das Auto beschlagnahmt oder sichergestellt. In 14 Fällen gingen Gefährderanschreiben an auffällige PS-Jünger.
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