Wie tickt der Mann, den viele an der Spitze Großbritanniens sehen wollen?
Parteitage sind Inszenierungen der Macht. Die Scheinwerfer richten sich auf den Regierungschef, auf Minister, auf jene, die den Kurs vorgeben und die eigene Partei auf Linie bringen sollen. Bei der Labour-Konferenz in Liverpool fiel im vergangenen September jedoch ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit nicht etwa auf Premierminister Keir Starmer, sondern auf Andy Burnham, den Bürgermeister von Greater Manchester. Im Blitzlicht der Kameras beklagte dieser offen den zögerlichen Stil der Regierung. Ohne eine neue politische Erzählung, warnte er schon damals, werde Labour Wählerinnen und Wähler an die Rechtsaußen-Partei Reform UK unter Nigel Farage verlieren. Es klang nicht wie der Auftritt eines Mannes, der nur seine Region vertritt, sondern wie die Skizze eines anderen politischen Angebots für die Nation.
Monate später wirkt diese Szene zudem fast prophetisch. Labour erlitt bei den Regional- und Kommunalwahlen Anfang Mai schwere Verluste, Reform UK konnte in England und Wales stark zulegen. Keir........
