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Frauenwoche beschäftigt sich mit Kinderarmut

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10.03.2026

Um Kinderarmut ging es beim Vortrag von Journalistin Catrin Boldebuck. Eingeladen hatte der Arbeitskreis Frauen. Armut habe in Deutschland in der Regel strukturelle Gründe, das Schulsystem sei eines der ungerechtesten in Industrieländern. Lehrer urteilen nach Vornamen, schickten Kinder nicht aufs Gymnasium, wenn Unterstützung durch Eltern fehle. Bessergestellte hätten eine zweieinhalbfache Chance, aufs Gymnasium zu kommen.

Über schwierige Umgebungen

In Deutschland lebe jedes fünfte Kind in prekären Verhältnissen, 43 Prozent aller Alleinerziehenden seien arm, betroffen vor allem Kinder mit vielen Geschwistern, Migrationshintergrund oder Eltern mit niedrigem Bildungsniveau. Arme Kinder seien schlechter ernährt und öfter krank, in schlechteren Kitas, fühlten sich mangels Markenklamotten gemobbt.

Armut werde oft auf Faulheit geschoben, denn anderen die Schuld zu geben wertet das eigene Ego auf. Bürgergeld sei Armut Deluxe. Jährlich 60.000 Kinder ohne Schulabschluss sei volkswirtschaftlich Wahnsinn. Kinderarmut koste pro Jahr 100 Milliarden Euro, bringe Probleme für Wohlstand und Demokratie, laufe trotzdem unter „das machen wir wenn wir es uns leisten können“. Dabei lohnten sich Investitionen doppelt und dreifach.

Zu überlegen sei, Kindern mehr Rechte zu geben, Schule zu reformieren. Die Einteilung nach Klasse vier sei zu früh, Hilfe gebe es erst bei einer Fünf im Zeugnis, jedes vierte Kind könne bei Eintritt in die Grundschule nicht lesen. Gäste forderten kostenlose Kitas. Eltern trügen aber nur 15 Prozent der Kosten, die Kitas der Stadt verschlängen jährlich über drei Millionen Euro, so Bürgermeister Michael Rieger. Gerhard Mengesdorf sah Eltern bei der Erziehung in der Pflicht. Die seien aber oft mangels Bildungskompetenz dazu nicht in der Lage, so Boldebuck und Gäste. Eine Besucherin rief zu gegenseitiger Unterstützung auf, nicht immer auf Hilfe von oben zu warten. Antonia Musacchio-Torzilli, Leiterin der Wirkstadt, appellierte an die Bevölkerung, Lernpatenschaften zu übernehmen.

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© Südkurier