Engstelle am Bodenseeradweg: Braucht es mehr Schilder, Verbote oder härtere Strafen für Radler?
Zweimal wurde sie bereits angefahren. Schrammen blieben zurück, vor allem aber ein tiefes Unbehagen. Margret Leitz aus Überlingen-Nußdorf ist oft zu Fuß mit ihrem Hund am See unterwegs, doch die Idylle bei Maurach ist für sie zum Spießrutenlauf geworden. Sie muss sich Beschimpfungen anhören, ihr wurden Schläge angedroht, und zwar von Fahrradfahrern, denen sie auf dem Bodenseeradweg beim Nadelöhr bei Maurach signalisiert, dass sie doch bitte absteigen mögen. Für sie galt das Schild „Fahrradfahrer absteigen!“ bis vor Kurzem eindeutig als Verbotsschild. Als sie Anfang März einen Radler an der Engstelle filmen wollte, riss er ihr das Handy aus der Hand und flüchtete. Das Gerät ist bis heute verschwunden, die eingeschaltete Polizei ohne eine heiße Spur.
Was Leitz nicht wusste, als sie Anfang März den Fahrradfahrer filmte: Rechtlich gesehen war er gar nicht verpflichtet, abzusteigen. Das Schild mit der Nummer 1012-32 ist lediglich ein Zusatzzeichen ohne eigenständige Rechtskraft. Es ist eine Bitte, kein Befehl. „Dieses Schild führt die Leute direkt ins Radel-Nirvana“, erklärt Georg Schömer. Der Diplom-Psychologe und passionierte Radfahrer aus Überlingen beobachtet die Dynamik in Maurach schon lange mit Sorge. „Es schürt Konflikte, anstatt sie........
