„Alles schiefgelaufen“: Eltern des 14-jährigen Can finden auch zehn Jahre nach dem OEZ-Attentat keine Ruhe
Can war der Augenstern seiner Familie. Dieses Strahlen in seinem Gesicht – es war nicht nur dann zu sehen, wenn Can von seinem Traum sprach, Fußballprofi zu werden. Seine Eltern sehen das Lächeln noch vor sich. Auch zehn Jahre nach dem Abend, an dem ihr damals 14-jähriger Sohn am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) starb. Jener Abend, über den Cans Mutter Sibel heute sagt: „Es ist alles schiefgelaufen.“
Kurz vor dem Jahrestag des Attentats vom 22. Juli 2016, bei dem neun Menschen und der Todesschütze starben, sitzen Sibel Leyla und ihr Ehemann Hasan auf einer Bühne des Münchner Residenztheaters. Der Abend ist da, um zu erinnern. Die Eheleute möchten die schrecklichen Stunden, in denen sie nichts vom Schicksal ihres Sohnes wussten, aber das Schlimmste fürchteten, nicht noch einmal durchleben. Aber sie zwingen sich dazu.
„Es war ein rassistischer Anschlag, ein rechtsterroristisches Attentat.“
„Es war ein rassistischer Anschlag, ein rechtsterroristisches Attentat.“
Sibel Leyla, Mutter von Can
„Obwohl wir unser Kind verloren haben, müssen wir aufstehen und den Leuten erklären, was passiert ist“, sagt Cans Mutter. „Es war ein rassistischer Anschlag, ein rechtsterroristisches Attentat.“ Ein Verbrechen, das aus ihrer Sicht auch zehn Jahre später nicht ganz aufgeklärt ist. Sie sind etwa der Meinung, dass wichtige Zeugen nicht gehört wurden.
Mit einer großen Kundgebung am Jahrestag wollen die Hinterbliebenen erreichen, dass neu ermittelt wird. Sie fordern einen Untersuchungsausschuss im Landtag.
Can besaß die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft. Auch alle anderen........
