Vom Teufelskreis zur Selbstwirksamkeit: Wege zu nachhaltigem Gewichtsverlust
Wenn Thomas Fischer erklärt, warum immer mehr Menschen unter Adipositas leiden, fängt der Ernährungsmediziner ganz vorn an. Jahrtausende war der Mensch damit beschäftigt, ausreichend Nahrung zu bekommen. Das war mit viel Bewegung verbunden. Zucker lieferten nur Beeren und Früchte. Der Körper musste vor allem mit Nahrungsmittelknappheit auskommen und entwickelte ausschließlich Strategien zur Speicherung. Dass sich beim Essen das Sättigungsgefühl erst nach 15 bis 20 Minuten einstellt, war lebenserhaltend. „Was wir früher aufnehmen konnten, war nicht so kaloriendicht. Wenn wir nach fünf Minuten satt gewesen wären, wären wir vermutlich alle verhungert“, so Thomas Fischer.
„Abnehmen ist für den Körper ein Alarmsignal“
Der Chefarzt der Kurpark-Klinik macht deutlich, dass wir auf eine permanente Verfügbarkeit von Nahrung und industriell erzeugte Lebensmittel denkbar schlecht vorbereitet sind. „Es gibt einen Urtrieb, unsere Speicher aufzufüllen. Leider haben wir keine Warnsysteme, die uns anzeigen, wenn sie den roten Bereich geraten“, fügt er an. Die moderne Adipositas gibt es seit circa 50 Jahren. Also seitdem Lebensmittel dauernd verfügbar sind und sich die Lebensumstände der Menschen massiv verändert haben. Als Chefarzt der Kurpark-Klink klärt Thomas Fischer Patienten auf, wie gesunde Ernährung funktioniert, was physiologische Bewegung ausmacht, wie sich Stress aufs Gewicht auswirkt und warum das Belohnungssystem uns so massiv im Griff hat. Und er nimmt ihnen manchen seelischen Druck. Nicht selten kommen Patienten mit Adipositas in die Klinik, die Diät gehalten oder viel Sport gemacht........
