Die Wirtschaftswende lässt auf sich warten
Auf welchem fragilen Fundament die deutsche Wirtschaft gerade steht, hat niemand anschaulicher beschrieben als Helmut Kohl. „Ab einer Staatsquote von 50 Prozent“, mahnte der einst, „beginnt der Sozialismus.“ Der Vergleich mag etwas überzogen sein, im Kern aber hatte der Altkanzler recht: Wenn die Staatsausgaben mehr als die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen, sind höhere Steuern und Abgaben die logische Folge. Das schwächt den Standort weiter, es bremst das Wachstum, treibt Unternehmen aus dem Land und führt am Ende ins Gegenteil der von Friedrich Merz versprochenen Wirtschaftswende.
In diesem Jahr wird die Staatsquote in Deutschland bei etwa 51 Prozent liegen und damit fast fünf Prozentpunkte über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Weite Teile der Politik allerdings nehmen das ebenso klaglos hin wie die täglichen Hiobsbotschaften aus der Automobilindustrie, die weiter nach unten korrigierten........
