Brände, Unfälle und eine spektakuläre Flucht halten die Feuerwehr auf Trab
Bei der Hauptversammlung der St. Georgener Gesamtfeuerwehr wurde Rückblick auf das vergangene Einsatzjahr und Ausblick auf bevorstehende Aktivitäten gehalten. Außerdem wurde ein Feuerwehrmann mit einer sehr seltenen Ehrung ausgezeichnet.
Glaubt man der Künstlichen Intelligenz, so fördert ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr die Gesundheit und fördert die gute Laune. Das zumindest spuckte die künstliche Intelligenz auf eine Anfrage von Gesamtkommandant Christoph Kleiner aus. „Also lasst uns auch weiterhin etwas für die Gesundheit und die gute Laune tun“, motivierte Kleiner die Mannschaft mit einem Augenzwinkern.
Mit 128 Einsätzen war das Einsatzaufkommen vergleichbar mit dem der Vorjahre. „Von größeren Unwetterlagen blieben wir glücklicherweise verschont“, bilanzierte Kommandant Christoph Kleiner. Zu den Herausforderungen zählten unter anderem 22 Brandeinsätze und sieben Verkehrsunfälle. Der wohl spektakulärste Einsatz war, als im Mai eine 15-Jährige mit dem Auto ihres Vaters auf der Flucht vor der Polizei auf der Bundesstraße von der Fahrbahn abkam und in das Schaufenster eines Autohauses raste.
Dass die 139 aktiven Wehrmänner und -Frauen in den Abteilungen Stadt und den Teilorten Peterzell, Langenschiltach, Oberkirnach und Peterzell-Stockburg bis in die Haarspitzen motiviert sind, zeigt die enorme Leistung jedes Einzelnen, von dem der Großteil der Einwohner nichts ahnt. Der Bürger nimmt die Feuerwehr im Allgemeinen dann wahr, wenn sie mit Blaulicht und Martinshorn ausrückt, um Menschen in Not zu helfen, Brände zu löschen oder technische Hilfe zu leisten.
Viel Freizeit ins Ehrenamt investiert
„Das, was der Bürger sieht, ist nicht das, was Feuerwehr letztendlich ausmacht. Da steckt mehr dahinter“, fasste Vizekommandant Denny Groch zusammen, was der Hauptanteil der Feuerwehrarbeit ist. Nämlich permanentes Proben, Lehrgänge besuchen und technisch immer auf dem neuesten Stand zu sein, um die immer komplexer werdenden Aufgaben jederzeit souverän bewältigen zu können. Dafür investieren die Einsatzkräfte sehr viel ihrer Freizeit.
Dass die Begeisterung für die Feuerwehr nie früh genug beginnen kann, zeigen die Abteilungen der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Hier sind in St. Georgen und Peterzell insgesamt 71 Kinder und Jugendliche aktiv. Neben Spiel und Spaß wird schon bereits bei den Jüngsten mit der feuerwehrtechnischen Ausbildung begonnen.
Kreisbrandmeister Florian Vetter zeigte sich beeindruckt von der Schlagkraft der St. Georgener Wehr. Dass die von Kommandant Kleiner angesprochenen Einsätze immer komplexer werden, führt Vetter unter anderem darauf zurück, dass die Technik immer umfassender werde. „Aber auch, weil die Bürger immer hilfebedürftiger werden.“
Der Kitt, der die Einsatzkräfte zusammenhalte, heiße Kameradschaft. Und die funktioniere in St. Georgen hervorragend, wie Vetter konstatierte. Er sprach bereits vollzogene und bevorstehende Veränderungen im Feuerwehrwesen an. Unter anderem die Einführung des Digitalfunks. Ein großes Thema, das die Wehrgruppen betreffen wird, ist eine Änderung des Feuerwehrgesetzes, das in Vorbereitung ist.
Bei der Versammlung für 25-jährigen aktiven Feuerwehrdienst geehrt wurden Stefan Schuldis (Stadt), Andreas Storz (Oberkirnach) und Andreas Weisser (Langenschiltach). Seit 15 Jahren Dienst verrichten David Bösinger (Peterzell-Stockburg), Philipp Götz, Patrick Harter und Sascha Trubarac. Zum Ehrenmitglied ernannt und in die Altersmannschaft übernommen wurden Markus Beha, Petra Halblaub, Thorsten Halblaub und Rainer Hummel. Zum Löschmeister befördert wurde Markus Hummel. Zudem wurden sechs junge Männer aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen.
Seltene Ehrung für 50 Jahre Feuerwehrdienst
Bürgermeister Michael Rieger stellte den Teamgeist der Mannschaft in den Fokus seines Grußwortes und sprach den Einsatzkräften seinen Dank und Respekt aus. Er anerkannte das ehrenamtliche Engagement neben Familie und Beruf. „In heutiger Zeit ist es wichtig, gemeinsam für ein Ziel einzutreten.“ Respekt, Vertrauen und Hilfsbereitschaft seien wichtig. „Wir brauchen den Zusammenhalt mehr denn je“, sagte er, auch mit Blick auf die weltpolitische Situation.
Gleichzeitig würden die Herausforderungen nicht weniger, „und die finanziellen Spielräume der Stadt nicht größer.“ Dennoch versuchten Stadt und Gemeindeart immer, das Bestmögliche für die Feuerwehr zu erreichen, sagte Rieger. So konnte die Ersatzbeschaffung eines Schlauchwagens für rund 360.000 Euro bewilligt werden.
Bei den zahlreichen Ehrungen für langjährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr stach Markus Beha besonders heraus. Er wurde vom Kreisbrandmeister für 50-jährigen aktiven Dienst mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold in Sonderstufe geehrt.
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