menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Von Showtanz bis Europameisterschaft: Stockach feiert seine außergewöhnlichen Sport-Talente

13 0
16.03.2026

Mit einer festlichen Premiere hat die Stadt Stockach am Wochenende ihre erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2025 geehrt. Nach dem Aus des Stadtsportverbandes übernahm erstmals die Stadt selbst die Veranstaltung. In der Adler Post wurden rund 90 Medaillen und Urkunden an Aktive vergeben, die in unterschiedlichen Disziplinen sportliche Erfolge auf Bezirks-, Landes-, Bundes- und internationaler Ebene erzielt hatten.

Solche Erfolge entstehen nicht von allein

Bürgermeisterin Susen Katter eröffnete den Abend und betonte die besondere Bedeutung dieser ersten Sportlerehrung in städtischer Verantwortung. Besonders stolz, sagte sie, sei sie auf die vielen Kinder und Jugendlichen im Saal. „Beim Sport geht es um Fairness und Respekt“, hob sie hervor.

Gerade junge Sportlerinnen und Sportler seien deshalb Vorbilder, nicht nur für andere Kinder, sondern auch für Erwachsene. Zugleich machte Katter deutlich, dass solche Erfolge nie allein entstehen. Trainer, Betreuer, Eltern und vor allem das Ehrenamt seien unverzichtbar. Anschließend überreichte sie die Medaillen und Urkunden.

Zwischen Nachwuchs, Show und Meisterschaften

Die ersten Auszeichnungen gingen an die Leichtathletik-Gruppe der Grundschule Stockach. Die Schülerinnen und Schüler hatten in Sprint, Sprung und Wurf starke Ergebnisse erzielt. Lehrer Claus Mühlbauer betonte, wie stolz er auf die Leistungen der Kinder sei.

Geehrt wurde danach das TG-Aerobicturnen Stockach. Die Sportart verbinde Turnen, Kraft, Koordination und tänzerische Elemente. Die Gruppe war unter anderem beim Aquaé Open Cup in Frankreich und bei den offenen Thüringer Meisterschaften vertreten.

Weitere Ehrungen gingen an die Einradfahrerinnen und Einradfahrer des RMSV Nenzingen. Sie erreichten Top-Platzierungen bei Bezirksmeisterschaften, baden-württembergischen Titelkämpfen und Deutschen Meisterschaften. Für einen Farbtupfer sorgte die Zirkustruppe des Nellenburg-Gymnasiums Stockach, die mit Tanzeinlagen und Jonglage begeisterte.

Ausgezeichnet wurde auch das Aerobicturnen des TV Zizenhausen. Die Gruppe nahm an zahlreichen Meisterschaften teil, die zwölf- bis 14-Jährigen hatten sich sogar für die Europameisterschaft in Aserbaidschan qualifiziert. Wegen der aktuellen politischen Lage entschied sich der Verein jedoch gegen eine Teilnahme.

Trainerin Christine Kieweg berichtete, dass alle zwei Jahre eine neue Choreografie erarbeitet werde, um die Athletinnen weiterzuentwickeln und mit der Konkurrenz mitzuhalten. Dabei werde sowohl auf die Musik als auch auf die einzelnen Turnerinnen geachtet. Auch bei den 15- bis 17-Jährigen konnten mehrere Athletinnen bei Deutschen Meisterschaften starke Ergebnisse erzielen.

Ein EM-Teilnehmer im Mittelpunkt

Besonderes Augenmerk galt der Leichtathletik der TG Stockach. Im Mittelpunkt stand der 19-jährige Finn Mühlbauer. Bei der U20-Europameisterschaft im finnischen Tampere erreichte er im 110-Meter-Hürdenlauf das Halbfinale. Damit war er in seiner Disziplin der einzige deutsche Starter. In diesem Jahr wechselt er in denMännerbereich,h und es bleibt spannend, wie sein Weg weitergeht.

Lorenzo Patone, Vorsitzender der TG Stockach, berichtete, wie stolz der Verein auf seinen Nachwuchs sei. Erstmals habe man wieder genügend junge Athletinnen und Athleten gehabt, um auch in der Staffel anzutreten. Ein besonderes Lob sprach er Trainer Josef Schwab aus, der großen Anteil an den Erfolgen habe. Auch Patone selbst wurde ausgezeichnet. Beim Berglauf auf das Nebelhorn belegte er Rang neun, zudem gewann er einen Halbmarathon.

Junger Aerobicturner als Besonderheit

Eine Besonderheit brachte das Aerobicturnen des TV Radolfzell mit. Mit dem Stockacher Kai Karrer gehört dort ein männlicher Athlet zum Team, was in dieser Sportart und in seinem Alter von 14 Jahren eine Seltenheit ist. Weil es in seiner Altersklasse nur wenige Vergleichsmöglichkeiten gibt, startete er vergangenes Jahr bereits bei den Erwachsenen.

Nach dem Aus des Stadtsportverbands richtet die Stadt Stockach die Sportlerehrung nun in eigener Verantwortung aus. Dafür wurden die Richtlinien überarbeitet. Neu ist eine Anerkennungsmedaille als Ersatz für die bisherige Verbandsmedaille, außerdem sitzen nun auch Vereinsvertreter im Auswahlgremium. Die neuen Regeln galten erstmals für das Sportjahr 2025.

Weitere Medaillen gingen an die Badminton-Abteilung des TV Jahn Zizenhausen. Besonders stolz zeigte sich auch das Ringer-Team des KSV Linzgau Taisersdorf. Geehrt wurden die Brüder Marcel, Patrick und Stefan Käppeler, die nicht nur in der 2. Bundesliga Süd antraten, sondern in Taisersdorf auch den Nachwuchs trainieren.

Den Schlusspunkt setzte das Showteam des TV Jahn Zizenhausen. Die 22 Aktiven trainieren zweimal pro Woche und hatten im vergangenen Jahr das Bundesfinale in Lissabon erreicht. Dort holte das Team im Showtanz in der Kategorie Bronze einen starken Erfolg.

Rene Reiter Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

78333 Stockach Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Sport Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


© Südkurier