Brände, Unwetter, Stromausfälle und Unfälle: Feuerwehr Engen blickt auf 140 Einsätze zurück
Feuerwehrkommandant Markus Fischer hat die Hauptversammlung der Engener Wehr mit einem Dank an den Gemeinderat eröffnet. Neben dem Jahresbericht stand außerdem die Wahl des stellvertretenden Kommandanten und des Hauptausschusses an. Die Feuerwehr Engen hat derzeit 245 Mitglieder - 223 Männer und 22 Frauen. In zwei Abteilungen sind Frauen inzwischen auch im Ausschuss vertreten. Fischer sagte dazu: „Ich freue mich auf den Tag, an dem ich es nicht mehr erwähnen muss.“
Neue Technik und Zukunft der Wehren
Im vergangenen Jahr wurde kein neues Fahrzeug beschafft. Für dieses Jahr ist aber ein neuer Mannschaftstransportwagen geplant. Dabei gehe es nicht um ein Normfahrzeug, sondern um eine Lösung nach Bedarf. In ein übliches Fahrzeug passten zwar neun Personen, sagte Fischer, doch rund 115.000 Euro stünden „in keiner Relation zu dem, was man braucht“. Mittelfristig soll zudem ein neues Löschmittelfahrzeug kommen.
Auch bei der Ausrüstung geht es voran. Der Atemschutzanhänger soll bald in den Einsatz gehen. Ebenso steht ein Lastenanhänger mit Hochwasserboot kurz vor der Indienststellung. Das System kann auf Rädern bei Starkregen, auf Eisflächen und sogar auf Schienen eingesetzt werden. Für den Bevölkerungsschutz wurde außerdem ein mobiles Aggregat angeschafft.
100 Stunden ohne externe Stromversorgung
Das Feuerwehrhaus in Engen ist inzwischen so ausgestattet, dass dort bis zu 100 Stunden ohne externe Stromversorgung gearbeitet werden kann. Zudem wurde der Funk vollständig auf Digitalfunk umgestellt. Für die zentrale Werkstatt wurden Waschmaschinen und Trockner angeschafft. Bislang mussten Uniformen in Tuttlingen gewaschen werden, nun kann das vor Ort erledigt werden.
Über die Zukunft der Wehren in Engen und Anselfingen wurde in der Vergangenheit emotional diskutiert. Nach aktuellem Stand sollen beide Wehren in einem neuen Gebäude zusammengeführt werden. Ein erster grober Entwurf liegt bereits vor. Der Umbau soll in etwa fünf Jahren abgeschlossen sein.
140 Einsätze, Wahlen und Ehrungen
Insgesamt rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu 140 Einsätzen aus. Das liegt unter dem Durchschnitt von 159 Einsätzen. Die Bilanz: 17 Brände, 78 technische Hilfeleistungen, 32 Fehlalarme, zwölf Überlandeinsätze und ein sonstiger Einsatz.
Zu den Bränden zählten ein Brand beim Wald nahe Bittelbrunn, vier Fahrzeug-Brände, darunter ein Lastwagen-Brand, ein Müllcontainerbrand und ein Dachstuhlbrand. Beim Dachstuhlbrand unterstützte der Landkreis Konstanz mit Drohnen, sodass der Brandursprung aus der Luft exakt erkannt werden konnte. Bei den technischen Hilfeleistungen zeigt sich ein Trend. Unwetter, Stromausfälle und Verkehrsunfälle nehmen zu. Ungewöhnlich war ein Einsatz für die Polizei, bei dem ein Tresor geöffnet wurde, ohne spektakulären Inhalt.
185 Stunden und 37 Minuten im Einsatz
Überörtlich war die Wehr einmal mit der Führungsgruppe, einmal mit der Gefahrstoffgruppe und zwölfmal mit der Überlandhilfe unterwegs. 22 Menschen wurden gerettet. Drei Todesopfer waren zu beklagen, dabei handelte es sich um Türöffnungen, bei denen die Personen bereits länger tot waren. Die Einsätze summierten sich auf 185 Stunden und 37 Minuten. 183 aktive Mitglieder waren im Einsatz, rund 36.000 Euro Einsatzaufwandsentschädigung wurden ausbezahlt.
Hinzu kamen Brandsicherheitsdienste, etwa beim Narrentreffen in Engen, wo zusätzlich vier Einsätze technischer Hilfeleistung anfielen. Auch in der Ausbildung war die Wehr stark gefordert. 209 Proben sowie 103 Aus- und Fortbildungen wurden absolviert. Ebenso schlossen mehrere Abteilungen ihre Leistungsabzeichen in Bronze und Silber ab.
Bei den Wahlen waren 124 Wahlberechtigte anwesend. Zum stellvertretenden Kommandanten wurde Thomas Sauter gewählt, ebenso Christian Former. Außerdem gab es Ehrungen für 25, 40 und 50 Jahre Dienst. Bürgermeister Frank Harsch lobte die Fähigkeiten der Wehr und den Einsatz aller, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit opfern. Auch die Polizei und das DRK Engen würdigten die Zusammenarbeit.
Die Jugendfeuerwehr bleibt eine zentrale Stütze der Feuerwehr Engen. Zum Nachwuchs gehören derzeit 41 Jugendliche, darunter 29 aus Engen und zwölf aus Welschingen. Damit spielt die Jugendfeuerwehr eine wichtige Rolle bei der Sicherung der künftigen Einsatzabteilung. Sie konnte zudem mehrere Leistungsabzeichen erwerben.
Dieses Jahr soll eine neue Sonderabteilung „Boot“ eingeführt werden. Außerdem gehen die Gespräche über die Umbauplanung mit Anselfingen weiter.
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