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Unverdient abserviert? Muhterem Aras muss ein Amt verlassen, dass sie geprägt hat

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07.05.2026

Anmerken lässt sie sich nichts, doch gern gibt Muhterem Aras (60) das Amt der baden-württembergischen Landtagspräsidentin nicht ab. Das zeigt die Hingabe, mit der die Grünen-Politikerin zurückblickt. „Es war mir eine große Ehre, dass ich dieses Staatsamt zehn Jahre lang ausüben durfte“, sagt sie. Nun muss sie Thomas Strobl weichen. Cem Özdemir, der designierte Ministerpräsident, gestand den Christdemokraten das formal zweithöchste Amt im Land zu, obwohl beide Parteien – Grüne wie CDU – gleich stark im Parlament vertreten sind. Das gibt seinem künftigen Vize Manuel Hagel die Möglichkeit, seinen CDU-Parteifreund Strobl auf einen attraktiven Altersitz abzuschieben. Die Grundentschädigung für den Landtagspräsidenten beläuft sich auf etwa 21.000 Euro, etliche Extras kommen noch hinzu. Hagel wird wohl das Innenministerium – den Klassiker unter den CDU-Ressorts – selbst übernehmen. Ein Revirement, das Züge eines Postengeschachers trägt. Die bisherige Präsidentin könnte künftig als Strobls Vize fungieren.

Aras stärkt Landtag mit Gedenkstättenreisen und Schulbesuchen

Muhterem Aras hatte es in diesen zehn Jahren nicht immer leicht. Dennoch hat sie aus diesem Amt mehr gemacht als ihre Vorgänger – allesamt Männer. Plenarsitzungen leiten und ansonsten aus dem Fond einer schweren Staatslimousine dem Volk huldvoll zuwinken: So sah in der Vergangenheit das Arbeitsprogramm eines Landtagspräsidenten aus. Aras wollte das Parlament als lebendigen Ort der Demokratie sichtbar machen. Nicht nur im Haus des Landtags in Stuttgart, wo sich früher zu diesem oder jenem Anlass die immer gleichen Leute mit Smalltalk langweilten. Aras zog es........

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