Weltfrauentag: Rückenwind und Engagement für mehr Gleichberechtigung
Anlässlich des Weltfrauentags am Sonntag, en 8. März, hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Waldshut, Anette Klaas, am darauffolgenden Montag zu einem Apéro mit anschließendem Vortrag ins Landratsamt eingeladen. Im Vortrag ging es um die Spielregeln vertikaler und horizontaler Kommunikation. Die Referentin war Sabine Pirnay-Kromer aus Freiburg, zertifizierte Trainerin und Beraterin mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft in großen Konzernen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der zwölfjährigen Jule und ihrem Vater Derek Rothstein.
Auch ein paar Männer sind gekommen
Schon beim Apéro fiel auf, dass sich sehr viele Frauen - und auch ein paar Männer – für die Thematik Gleichberechtigung der Frauen und den Vortrag interessieren. Es war kaum ein Durchkommen zu Schnittchen und Sekt möglich vor lauter Menschen.
Nachdem sich alle in den Kreistagssaal begeben hatten, trat Anette Klaas ans Mikrofon. Sie hatte leider einige, aus ihrer Sicht, nicht so erfreuliche Neuigkeiten mitzuteilen, zum Beispiel habe sich die Anzahl der Frauen in der Politik in den vergangenen Jahren kaum merklich erhöht.
Eine der neuesten Errungenschaften sei allerdings das Gewalthilfegesetz von 2025. Dieses sichert Frauen und Kindern nun einen rechtlichen Anspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt. Klaas betonte, dass es aber auch wichtig sei, herauszufinden, warum die Täter überhaupt zu Tätern werden. Außerdem sei es essenziell, dass Gewalt benannt werde. Die Gleichstellungsbeauftragte ging dabei auf die Aktion von „In Via“, des katholischen Verbandes für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg, ein. Vor dem Apéro konnten Interessierte mit Aufklebern mit verschiedenen Aufschriften wie „Gewalt benennen“ und „Grenzen setzen“ den Innenhof des Landratsamtes bekleben.
Darauf folgte eine kurze Rede von Anna Hirt von Amnesty International Waldshut-Tiengen, in der sie die Bitte hervorhob, Petitionen für zwei Frauen zu unterschreiben. Diese Frauen seien festgenommen worden, weil sie sich für Menschenrechte einsetzen. Eine dieser Frauen sitze in El Salvador im Gefängnis und der anderen drohe im Iran sogar die Todesstrafe.
Anschließend gab Jule Rothstein in Begleitung ihres Vaters an der Gitarre ein paar Lieder zum Besten, die thematisch zum Anlass passten und einige der anwesenden Frauen zu Tränen rührten.
Nun referierte Sabine Pirnay-Kromer über die Strategie vertikaler und horizontaler Kommunikation. Diese ermögliche es, Ignoranten, Narzissten und verdeckt aggressiven Personen souverän zu begegnen. Als Beispiel nannte Pirnay-Kromer eine Diskussion zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Letzterer ging hierbei als „Gewinner“ hervor, weil er Aussagen von nur zwei bis drei Wörtern verwendete und diese oft wiederholte. Clinton hingegen hätte mit langen und durchdachten Sätzen eine respektvolle Auseinandersetzung angestrebt. „Wer argumentiert, verliert.“, so die Referentin.
Rege Beteiligung und kleinere Diskussionen
An jedem Platz lag ein Zettel, auf dem alle Teilnehmenden eine Situation aufschreiben konnten, bei der sie Schwierigkeiten in der Kommunikation hatten. Pirnay-Kromer las ein paar dieser Beispiele vor und forderte das Publikum auf, Ideen einzubringen. Dabei gab es eine rege Beteiligung und es entstanden kleine Diskussionen.
Der Weltfrauentag findet seit 1911 jährlich am 8. März statt. Dieser Aktionstag verweist auf fortbestehende Diskriminierungen, wie zum Beispiel die schlechtere Bezahlung gegenüber Männern bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation. Der internationale Frauentag würdigt die Errungenschaften der Frauenbewegung. Zugleich ruft er dazu auf, sich weiterhin für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.
Ramona Puchinger Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
79761 Waldshut-Tiengen Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Internationaler Frauentag Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
