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Dieser Gin kommt vom Bodensee - und seine wichtigste Zutat wächst direkt vor der Haustür

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23.08.2026

Wer Florian Jehle besucht, landet nicht einfach in einer Brennerei. Hinter dem Haus in Friedrichshafen-Kluftern steckt ein Stück Familiengeschichte – und eine ziemlich ungewöhnliche Mischung aus Handwerk, Obstbau und Experimentierfreude. Da steht die alte Brennanlage, die noch mit Holz aus dem eigenen Wald befeuert wird. Daneben liegen Flaschen mit auffälligen Etiketten: Skorpion Dry Gin, Skorpion Red, Twenty3. Und mittendrin: Jehle, 48 Jahre alt, Schreinermeister, Projektmanager und Brenner im Nebenerwerb.

Dass ausgerechnet Gin einmal einen so wichtigen Platz in seinem Leben einnehmen würde, war nicht geplant. Sein Onkel war Obstbauer, er bewirtschaftete in Kluftern zehn bis zwölf Hektar. Nach dessen Tod wurde der Obstbau verpachtet. „Nur das Heidelbeerfeld wollte niemand, beziehungsweise nur, um es zu roden. Das war mir zu schade“, erzählt Jehle. Also fing er selbst an. Mit 100 Kilogramm Heidelbeeren zunächst. Später wurden daraus ein bis zwei Tonnen pro Jahr. Die Beeren gingen in den Verkauf – und irgendwann auch in die Brennerei. Heute ist damit Schluss. Zumindest fast.

Zu trocken für die Beere

Dieses Jahr hat Florian Jehle gerade einmal an die 300 Kilogramm Heidelbeeren geerntet. Nach zwei Wochen brach er die Ernte ab. Es war schlicht zu trocken. Zu viel Wasser hätte er gebraucht, um die Pflanzen weiter zu versorgen. „Der Hauptgrund ist tatsächlich das Klima“, sagt er. „So ein Jahr wie dieses Jahr gab es noch nie.“ Dazu kommen gestiegene........

© Südkurier